Archiv für Juli 2009

Let’s organize. Modelle der Organisierung in den Creative Industries

Elisabeth Mayerhofer und Monika Mokre

Kreative Arbeit – Schlechte Arbeit

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“ Diese Erkenntnis von Karl Valentin lässt sich auch auf die zur Zeit allseits beschworenen Creative Industries (CI) umlegen. Rezente Arbeiten1 zeigen, dass die Arbeitsverhältnisse in diesem politisch intensiv beworbenen und unterstützten Feld signifikant schlechter sind als in nicht-kreativen Bereichen mit vergleichbarem Qualifikationsniveau der Beschäftigten. Und die Bezahlung ist auch nicht besser. Wenn die CI im Kern als jene Berufsfelder gefasst werden, die mit jenen der angewandten Kunst identisch sind (Grafik, Design, Mode, Architektur), so finden sich dieselben Arbeitsverhältnisse, wie sie auch die nicht kommerziell ausgerichteten Kunstberufe prägen. Entgrenzungsphänomene auf verschiedenen Ebenen (Raum, Zeit, Privat-/Berufsleben etc.) treffen auf ein überdurchschnittlich hohes Ausbildungsniveau bei Einkommen, die sich um die Armutsgrenze bewegen.

Arbeitsrechtliche Schutzbestimmungen und sozialrechtliche Standards, die seit langem unumstößlich schienen, sind keiner Erwähnung mehr wert, ganz zu schweigen von neueren anti-diskriminatorischen Instrumenten. Vergleiche mit den Arbeitsverhältnissen der Zwischenkriegszeit drängen sich auf, wenn ein Krankenstand den Rausschmiss aus einer ohnehin prekären Teilzeit-Projektstelle zur Folge hat. Informelle Netzwerke dominieren die einzelnen Berufsfelder, was wiederum diejenigen begünstigt, die entweder genügend Zeit zur Verfügung haben, oder bereits auf tragfähige Netzwerke aufbauen können. Im Idealfall natürlich beides. In der Realität verfestigen sich dabei die vorhandenen Machtstrukturen der dominanten Gruppe – und das sind in den meisten Gesellschaften immer noch die der Männchen der Mehrheitsgesellschaft.

Im Gegensatz zu KünstlerInnen im engeren Sinne handelt es sich bei den Beschäftigten in den CI um Personen, die zwischen allen Stühlen sitzen. Und das sogar in verschiedenen Räumen. Einerseits arbeitet eine immer kleiner werdende Gruppe von ihnen (tendenziell die, die sich in politisch vorgegebenen Definitionen der CI im ökonomischen „Speckgürtel“ der CI befinden, also im IT- und Medienbereich) in „Normalarbeitsverhältnissen“ (zur Definition siehe den Artikel von Nicole Mayer-Ahuja in dieser Ausgabe). Der Rest – die überwiegende Mehrheit also – befindet sich in einem prekären Zwischenbereich. Sie sind weder UnternehmerInnen im ökonomischen Sinn, noch traditionelle FreiberuflerInnen (mit Ausnahme der ArchitektInnen, deren Arbeitsfeld noch spezifischen Regulierungen und Zugangsbestimmungen unterliegt), sondern hybride Mischwesen, die von den Rahmenbedingungen des (Arbeits-)Marktes, die entweder auf Selbständige/UnternehmerInnen oder Unselbständige zugeschnitten sind, nicht berücksichtigt werden. Denn: Tertium non datur – zumindest nicht in arbeitsrechtlichen Definitionen.

Desinteresse der Vertretungen

Auch die verschiedenen Interessenvertretungen/Organisierungsformen, die sich im Laufe der Zeit herausgebildet haben, nehmen diese Gruppe nur zögerlich zur Kenntnis, was allerdings auf Gegenseitigkeit beruht. Und auch die selbst organisierten Interessenvertretungen des Kunstfeldes können mit den letztlich auf kommerziellen Erfolg abzielenden Kreativen nur wenig anfangen. Ungeachtet der diversen ideologischen Gräben und kollektiven Antipathien, die hier verstärkend wirken mögen, werden die spezifischen Bedürfnisse der Kreativen von keiner Seite wirklich vollständig abgedeckt. Traditionelle Vertretungen wie die Gewerkschaften verstehen nach wie vor weder die intrinsische Logik, noch die dynamische Netzwerkstruktur oder die konkreten Arbeitsbedingungen dieses Sektors, der sich auch noch mal von nicht-kreativen Prekarisierten wie beispielsweise Call-Center-Agents unterscheidet, da „kreative“ Arbeit höchstgradig individualisiert ist und es keinen integrierten Arbeitsmarkt gibt.

In diesen Eigenheiten liegt auch der Grund dafür, dass es beispielsweise kaum je zu arbeitsrechtlichen Klagen kommt. Darüber hinaus ist Projektarbeit an sich mit den dazugehörigen Vertragsformen bereits so angelegt, dass bestehende Standards untergraben werden, nicht zuletzt dadurch, dass es zu einer Verlagerung der Arbeit in meist private Räume kommt, in denen jene Schutzformen, die in einem betrieblichen Kontext vorhanden sind, außer Kraft gesetzt werden. Solange aber herkömmliche Arbeitsformen die Matrix bilden, an der ArbeitnehmerInnenrechte und deren Durchsetzung aufgespannt sind, wird an der Realität der Kreativen vorbeigezielt.

Neue Widerstandsformen gegen alte Ausbeutungsstrukturen

Dieses Versagen staatlicher und parastaatlicher Strukturen macht es nötig, neue, bottom-up Organisationsformen für den Bereich der CI zu schaffen. Dies ist indes nicht gleichzusetzen mit einer Entlassung des Staates aus seiner Verantwortung, insbesondere da prekarisierte Lebens- und Arbeitsbedingungen kein Spezifikum eines kleinen Sektors sind, sondern zunehmend größere Teile der Bevölkerung betreffen – die CI sind hier weniger aufgrund sozio-ökonomischer Besonderheiten von Relevanz, als wegen ihrer Funktion als Role Model einer gesellschaftspolitischen Entwicklung, die Prekarität und ungeklärten sozialen Status als die neue Freiheit der nicht entfremdeten Vereinigung von Arbeit und Privatleben abfeiert. Die einzige akzeptable Lösung für die unzumutbaren Folgen von Prekarisierung ist offensichtlich ein allgemeines Grundeinkommen – auch wenn diese Forderung ohne weitere Konkretisierungen mindestens ebenso viele Fragen offen lässt, wie sie beantwortet.

Über diese allgemein-gesellschaftliche Notwendigkeit hinaus sind weitere Formen sozialer Absicherung wie auch von Solidarisierung zu entwickeln, die der Situation der Kreativen in den CI angemessen sind. Die „Creative Entrepreneurs“ agieren ohne die arbeitsrechtliche Absicherung von ArbeitnehmerInnen und ohne die Marktmacht „echter“ UnternehmerInnen auf einem deregulierten Markt, dem sie in einem hohen Maß ausgeliefert sind. Diese Situation kann nur durch selbst entwickelte Absprachen und Strukturen abgefedert werden, die sich etwa an genossenschaftliche Modelle anlehnen könnten.

Die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur, wie sie in den Wiener CI-Zentren Schraubenfabrik und Hutfabrik betrieben wird, könnte dafür einen Ausgangspunkt bieten. Kontinuierlicher Informationsaustausch kann der Weitergabe von Erfahrungen (etwa über realistische Zeit- und Kostenschätzungen bei Projekten) dienen und damit verhindern, dass die Kreativen von ihren AuftraggeberInnen gegeneinander ausgespielt werden. Abmachungen über Mindestleistungsabgeltungen in Kombination mit einem gegenseitigen Versicherungsprinzip für Verdienstentfall wären ein wichtiger nächster Schritt. Längerfristig ist vorstellbar, dass etwa auch anti-diskriminatorische Regulierungen auf diese Art implementiert werden.

Für die Entwicklung derartiger Strukturen ist es allerdings notwendig, dass sich die Kreativen in den CI in einer Form selbst definieren, die Solidarisierung möglich macht. In Österreich ist diese Voraussetzung bisher nicht gegeben – der Hype der CI hat diejenigen nicht erreicht, die hier gehypet werden. Nach wie vor fühlen sich die Kreativen in erster Linie ihrer Sparte zugehörig, verstehen sich also als GrafikerInnen oder ModeschöpferInnen, nicht als Teil der CI. Und auch die eigenen Lebens- und Arbeitsbedingungen werden kaum auf ihre Kompatibilität mit persönlichen Lebensentwürfen analysiert – während es etwa den französischen „Intermittents du Spectacle“ gelungen ist, ihren Anspruch auf zeitweilige Lohnarbeitsverhältnisse in Verbindung mit ständiger sozialer Absicherung gemeinsam zu formulieren und zu verteidigen.

Der kritische Diskurs über die CI, der sich zur Zeit vermehrt entwickelt, könnte zum Selbstverständnis der Kreativen beitragen und ihre Politisierung ermöglichen. Eine Politisierung, die sinnvollerweise über den Sektor der CI hinausgehen sollte – was aber nur realistisch erscheint, wenn sich die Kreativen an der Entwicklung politischer Ansprüche beteiligen, um sich in diesen auch wieder finden zu können. Während etwa die Mayday-Bewegung wichtige Forderungen in Hinblick auf diejenigen entwickelt, für die Arbeit außerhalb von Anstellungsverhältnissen nichts anderes als erhöhte Ausbeutung bedeutet, findet die spezielle Mischung aus selbst gewählter Unabhängigkeit und erzwungener sozialer Unsicherheit hier bisher kaum Platz. Trotzdem erscheint die Entwicklung gemeinsamer Standpunkte in Hinblick auf konkrete Fragen sinnvoll und realistisch.

Diese Überlegungen können in zweierlei Hinsicht enttäuschend wirken – sie sind zugleich utopisch und althergebracht. Utopisch, weil sie – zumindest bisher – nicht von einem bestehenden Selbstverständnis der Betroffenen getragen werden, und althergebracht, weil die Modelle keinerlei Anspruch auf Neuheit erheben können. Diese Diskrepanz kann als direkte Folge der widersprüchlichen historischen Verortung der derzeit stattfindenden Prekarisierung verstanden werden, die einerseits einen Bruch mit wohlfahrtsstaatlichen Standards darstellt, die unser politisches Denken über mehrere Jahrzehnte hin bestimmt haben, und die andererseits ein sehr altes Muster wiederholt – nämlich die ungebrochenen Ausbeutungsverhältnisse des Frühkapitalismus. Weswegen es Sinn macht, sich von der behaupteten Innovativität der „neuen Selbständigkeit“ nicht verwirren zu lassen, sondern dem klassischen Muster kapitalistischer Ausbeutung die ebenso klassische Reaktion der Entwicklung von Organisationsformen zur Verteidigung und Entwicklung sozialer und politischer Rechte entgegenzusetzen.

1 Vgl. z.B. das von FORBA eben fertig gestellte Forschungsprojekt „Nachhaltige Arbeit und Beschäftigung in den Wiener Creative Industries“, zum Bericht

Elisabeth Mayerhofer ist Geschäftsführerin der IG Kultur Österreich und Mitglied von FOKUS.

Monika Mokre ist Vorsitzende von FOKUS, der Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien, stellvertretende Direktorin des EIF, Institut für europäische Integrationsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Vorstandsmitglied des eipcp, European Institute for Progressive Cultural Policies.

Mayday

Mayday! Oder: Die unmögliche Organisierung der möglicherweise Unorganisierbaren – eine Zwischenbilanz mit Ausblick
Martin Birkner und Birgit Mennel

„Es geht darum, die Widersetzlichkeit als Akt der Gegenmacht zu entwickeln. Einer Gegenmacht, die zugleich Widerstand, Aufstand und konstituierende Macht ist. Was heißt es, zwischen diesen Momenten ein Verhältnis herzustellen? Wahrscheinlich sind wir im Moment noch darauf beschränkt, die Widersetzlichkeit selbst zu organisieren. Doch für die Multitude ist der Übergang zu den weiteren Momenten der Gegenmacht nicht weit.“ (Negri 2003: S. 62)

Der 1. Mai rückt näher und mit diesem Datum auch die mittlerweile beinahe obligatorische Frage nach der Durchführung und Organisierung des Euromayday 007. Begehren, Neugier und Kritik regen sich gleichermaßen – vielleicht ist die Zeit reif (vgl. Virno 2006) für eine subjektive Zwischenbilanz zweier Mayday-AktivistInnen, für eine historische und politische Retrospektive dieses unabgeschlossenen Versuchs – des Experimentierens mit neuen Formen – gegenüber der Gegenwart widerständig zu sein. Historisch verorten lässt sich die Entstehung des Euromayday-Prozesses über die Krise der traditionellen Organisationen der ArbeiterInnen- und Gewerkschaftsbewegung. Spätestens mit dem Ende relativ stabiler Klassenidentitäten im Übergang vom Fordismus zum Postfordismus und der daraus resultierenden Erosion einer „Norm mit unbefristeten Vollzeitarbeitsverträgen“, war auch die Möglichkeit der sozialstaatlichen Repräsentation in die Krise geraten. Ausgehend von den Erfahrungen der radikalen Linken in Italien und Frankreich wurden zur Jahrtausendwende Überlegungen angestellt, wie dem Aufbegehren prekär Arbeitender und Lebender politisch Ausdruck verliehen werden kann: Anders gesagt, wie kann die Menge, die sich selbst konstituiert, inmitten des Nicht-Ortes des Empire „gemeinschaftlich“ werden?

Multitude statt Trauermarsch

Aus einer aktivistischen Perspektive setzte die Idee des Euromayday an der Redefinition des 1. Mai als „Kampftag der ArbeiterInnenklasse“ an. Statt dem vereinheitlichenden und traurigen Auftreten der FunktionärInnen und ihrer Basis sollte eine lustvolle, bunte und laute Multitude prekärer AktivistInnen den vielfältigen Widerstand gegen die Zumutungen der Prekarisierung auf die Straße tragen und so diesen neuen Ort aufblitzen lassen: Sowohl für den Prozess der Vorbereitung wie auch auf der Mayday-Parade selbst fanden sich aktive Prekäre aus verschiedenen Milieus – traditionelle Bewegungslinke, politische KünstlerInnen, linke Intellektuelle, antirassistische AktivistInnen und andere – zu einem für alle Beteiligten überraschend produktiven und experimentierfreudigen „diffusen Netzwerk“ (vgl. Colectivo Situaciones 2003) zusammen, in dem sich auch die – notwendigen – Arbeitsteilungen nicht hierarchisch ausgestalteten. Dies ist auch über die Paradenvorbereitung hinaus bedeutsam, da es über die innerhalb der heterogenen Gruppe geknüpften „Netzknoten“ auch zu neuen Kooperationen darüber hinaus gekommen ist. Zumindest ein Stück weit wurde jener Aspekt der „politischen Multitude“ realisiert, von dem Toni Negri meinte, dass ihre Organisationsform zugleich ihr Inhalt wäre, dass also diese neuen Formen der Kooperation schon politischer Ausdruck der in ihr Aktiven sind.

Gleichwohl wurde nicht auf das Aufstellen von Forderungen verzichtet: Bedingungsloses Grundeinkommen sowie die Abschaffung der Schubhaft bzw. des Arbeitsmarktservices sind Forderungen, die im und aus dem Mayday-Prozess gestellt wurden und werden – was jedoch nicht zwangsläufig bedeutet, dass sich jede und jeder damit identifizieren muss. Offensichtlich entsprach es tatsächlich der neuen Form der Zusammenarbeit, dass keine langwierigen Diskussionen über nicht geteilte Forderungen geführt wurden. Mehr und vielfältigere Ausdrucksformen innerhalb, vor allem aber jenseits der Parade hätten wir uns – wie wohl auch alle anderen – schon erwartet. Das Spannungsfeld ist vielleicht jenes zwischen der Öffnung eines Raumes und der Vorbereitung konkreter Interventionen, oder, theoretisch gesprochen, zwischen Prozess und Ereignis. Im Folgenden möchten wir da-hingehend einen kurzen Anriss ambivalenter Erfolge und großer Probleme geben.

Ambivalenter Erfolg

Sowohl in Wien wie auf europäischer Ebene ist es gelungen – wohl wegen der zunehmend verschärften Prekarisierungstendenzen – eine breitere Öffentlichkeit für den Begriff Prekarisierung und die damit verbundenen gesellschaftlichen Spannungen und Ausschlüsse zu sensibilisieren. Überraschend schnell jedoch wurden die durch die sozialen Bewegungen entwickelten Begrifflichkeiten sowohl von bürgerlichen Medien wie auch durch (quasi)staatliche RepräsentantInnen aufgegriffen und – wenig verwunderlich – gegen die Intentionen der Widerständigen gewendet; Begriffe wie „Flexicurity“ oder das mittlerweile berühmt-berüchtigte „abgehängte Prekariat“ deuten darauf hin: Im Handumdrehen soll die soziale Selbstorganisation der staatlichen Armutsverwaltung überantwortet werden. Besonders deutlich wird dies an den – von Parteien und Massenmedien – geführten zynischen Debatten um die geforderte Arbeitswilligkeit sowie die Bedarfsprüfung hinsichtlich des An-spruchs auf staatliche Grundsicherung. Von „weniger Staat“ keine Spur… Aber nicht nur die herrschaftliche Wendung emanzipatorischer Diskurse, sondern auch die Organisierung des Mayday selbst hat ihre Tücken: zum einen das schon beschriebene Verhältnis von organisatorischer Form und politischem Inhalt und zum anderen die transnationale Dimension und nicht zuletzt auch die soziale Zu-sammensetzung der im/um den Mayday aktiven Gruppierungen und AktivistInnen.

Alles transnational oder was?

Charakteristisch für die Transnationalität des Euromayday ist das – zumindest bis vor kurzem noch fehlende – transnationale Moment: So kam es zwar wohl zweimal jährlich zu obligaten Treffen, um sich über die Situation in den einzelnen Städten auszutauschen, die zu den Treffen angereisten AktivistInnen (oder vielleicht doch RepräsentantInnen) verhielten sich allerdings „wie 22 defensive FußballspielerInnen, die kein Tor erzielen wollen“ (O-Ton eines Teilnehmers). In den teilweise lähmenden Diskussionen um europäische Aufruftexte und in Streitigkeiten zwischen verschiedenen lokalen Mayday-Gruppen, blieb die notwendige Befragung des „Kommunen“, der Transnationalität selbst, der Verbindung zwischen der Debatte zur Prekarisierung und jener über die „Autonomie der Migration“ sowie die Repräsentationskritik oft ausgeklammert.

Dass eine Debatte über letzteres besonders wichtig (gewesen) wäre, verdeutlicht die im letzten Jahr in Brüssel (!) abgehaltene Pressekonferenz des Euromayday-Netzwerks – realiter einiger Gruppen im Alleingang – auf der undiskutierter Weise „gemeinsame“ Forderungen, unter anderem auch der „Schutz (sic!) von THC-KonsumentInnen“ gestellt wurden. Breiter diskutiert wurde hingegen die Umbenennung des Euromayday in „Mondomayday“; ob allein diese Namensverschiebung die begehrte Mondialisierung der Prekarisierungskämpfe mit sich bringen würde, sei dahingestellt. Um die theoretische Auseinandersetzung vor allem hinsichtlich politischer Strategien zu stärken sowie die Frage nach der Verbindung zwischen lokalen und transnationalen Kämpfen nun doch noch zu stellen, gründete sich eine Forschungsgruppe innerhalb des Mayday-Netzwerks (precarity-map.net).

„Arbeiter, Bauern, nehmt die Gewehre…“

Eine unseres Erachtens nicht nur im Rahmen des Mayday zentrale Frage ist die soziale Zusammensetzung der Bewegung. Was so einfach und schön klingt – „die Vielheit als Vielheit denken und organisieren“ –, entpuppt sich in der sozialen und politischen Praxis als schwierig anzugehen: Ein diffuses „Wir“ spiegelt sich besonders im Inhaltlich-Politischen, die einzelnen (Vorbereitungs)Gruppen, sowohl lokal in Wien wie auch international, setzen sich zum überwiegenden Teil aus StudentInnen und AkademikerInnen zusammen. Wohl trifft die gesellschaftliche Tendenz der Prekarisierung alle Arbeits- und Lebensbereiche – AkademikerInnen ebenso wie MigrantInnen, den Putzmann oder die arbeitslose Schlosserin –, letztere sind jedoch anders und mit weitergehenden Konsequenzen durch die sich von „den gesellschaftlichen Rändern ins Zentrum“ ausbreitende Prekarisierung bedroht.

Zwar gibt es kein Patentrezept für das widerständig Werden der Erfahrung von Marginalisierung und Ausbeutung, bei allem Ausgehen von der je eigenen Erfahrung darf jedoch die Untersuchung „anderer“ sozialer Zusammenhänge nicht einfach ignoriert werden. Keine Lösung bietet die Einführung neuer vereinheitlichender Begriffe wie jener des „Prekariats“, der nicht nur in den Wiener Mayday-Aufruf Eingang gefunden hat. Ein Arbeitspapier des migrationspolitischen Frassanito-Netzwerkes (2005) bringt die Problematik auf den Punkt: „,Prekariat’ wird sogar zur Farce, wenn die radikale Linke sich über eine zunehmende Betroffenheit durch prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen zum Hauptakteur zu verklären versucht. Vielmehr geht es darum, die Hierarchien in den Blick zu rücken, die heute der Zusammensetzung der lebendigen Arbeit ihre Gestalt verleihen – von Illegalisierten migrantischen Putzkräften bis zu temporär beschäftigten Computerfreaks –, und angesichts der Verschiedenheit der sozialen Bewegungsformen, ihrer Begehren und Wünsche, Prekarität nicht in eine neue Identität zu vereinfachen.“

Fragend vorangehen!

Als inhaltlich-politische Reaktion auf diese Probleme mag die besondere Bedeutung, die der Migration in den Vorbereitungen des Mayday 2006 in Wien beigemessen wurde, ein Schritt in die richtige Richtung sein. Sie befreit allerdings nicht von einer (erneuten) Infragestellung des sich konstituierenden „Wir“, der Auseinandersetzung mit fehlenden materiellen Ressourcen sowie der für Organisierung nötigen Zeit. Womit wir bei der Ressourcenfrage wären: Wie kann unter dem Aspekt der immer stärkeren Einbeziehung des ganzen Lebens in den kapitalistischen Verwertungszusammenhang jene Zeit zurückerkämpft werden, die nötig ist, um politische Strategien zu entwerfen, sich zu vernetzen?

Nach dem Prozess der Konstituierung des Mayday und dem Lancieren von Begriffen und Thematiken gilt es nun, die Frage nach der politischen Strategie und Formen der Organisierung der möglicherweise Unorganisierbaren zu stellen. Erste Versuche, wie etwa die Workers Center als unabhängige gewerkschaftliche Anlaufstellen für prekäre ArbeiterInnen, Chefduzen.at, ein Forum zur Kommunikation und Vernetzung über das Internet sowie verschiedene Ansätze der „militanten Untersuchung“, Initiativen wie maiz sowie die andalusische LandarbeiterInnengewerkschaft SOC aber auch Kämpfe und Vernetzungen der Sans Papiers bieten Anknüpfungspunkte für die Organisierung von Gegenmacht. Ein Schritt in diese Richtung könnte eine geplante Konferenz sein, in der AktivistInnen und TheoretikerInnen oben genannter Zusammenhänge mit progressiven GewerkschafterInnen in einen produktiven Austausch treten sollen. Ob angesichts der kaum ihren Namen verdienenden „Reform“ des ÖGB tatsächlich Bereitschaft zu einem politischen Austausch „auf gleicher Augenhöhe“ gegeben ist, bleibt dahingestellt. Die Krise des ÖGB sollte die Beantwortung dieser Frage eigentlich erleichtern…

Es gilt also einerseits, mit neuen Formen politischer Artikulation zu experimentieren, andererseits dabei ständig zu versuchen, den Prozess über bestehende Grenzen hinaus zu erweitern: Denn die Chance der wirksamen Verbreiterung jeder sozialen Bewegung liegt in der Veränderung ihrer sozialen Zusammensetzung. Dabei muss die Diskussion um politische Strategien mit der ständigen Reflexion über ihre mögliche Aneignung durch Kapital und Staat einhergehen, um diese zu vermeiden. Preguntando caminamos!

Ver-, einge- und bearbeitete Literatur:

Negri, Antonio (2003): „Empire und die konstituierende Macht der Multitude. Interview mit Thomas Atzert und Jost Müller“. In: Atzert, Thomas/Jost Müller (Hg.): Kritik der Weltordnung. Globalisierung, Imperialismus, Empire. Berlin (ID-Verlag)

Colectivo Situaciones (2003): Que se vayan todos. Krise und Widerstand in Argentinien. Berlin (Assoziation A)

Nowotny, Stefan (2005): „Sans-Papiers: Extremzonen der Prekarität“. In: Kulturrisse 02/05

Frassanito-Netzwerk (2005): „Prekär, Prekarisierung, Prekariat?“. Unter: euromayday.at/006/texte/06frassanito.php

Virno, Paolo (2006): „Die Reife der Zeit. Zur Aktualität der Multitude“. In: Grundrisse 20

Martin Birkner und Birgit Mennel sind RedakteurInnen der grundrisse. zeitschrift für linke theorie & debatte und AktivistInnen des Wiener Mayday. Sie leben und arbeiten. Auch in Wien.

Service- vs. Organizing-Modelle gewerkschaftlicher Arbeit

Fluchtlinien eines politischen Projekts in der Prekarisierung. Eine eklektische Aneignung des gewerkschaftlichen „Organizing“
Efthimia Panagiotidis

Service- vs. Organizing-Modelle gewerkschaftlicher Arbeit

Wer in Ken Loach’s Film Bread and Roses gesehen hat, wie die Janitors (ArbeiterInnen im Reinigungsgewerbe), überwiegend MigrantInnen aus Mittelamerika, sich organisierten, wie sie voller Power eine Krankenversicherung für sich und ihre Familien durchsetzten und somit den Kampf um gewerkschaftliche Rechte gewonnen haben, ist mit Sicherheit berührt und neugierig, mehr über Organizing zu erfahren. Der Erfolg dieses US-amerikanischen Kampagnen-Modells beruht auf der rapide wachsenden Mitgliederwerbung „von unten“, in der „Organisierung der Unorganisierbaren“. Im Gegensatz zum gewerkschaftlichen Service-Modell, das sich letztlich auf Rechtsberatung und VertreterInnenpolitik konzentriert, baut Organizing – unter dem Motto „die Beschäftigten bilden selber die Gewerkschaft“ – auf einer breitbandigen Strategie auf.

Die Hauptarbeit besteht in der Organisierung der Beschäftigten innerhalb einer öffentlichen Kampagne. In dieser gilt es zunächst, Konflikte zu identifizieren und Ziele innerhalb eines zeitlich begrenzten Rahmens zu setzen. Eine Analyse der Schwächen und Stärken sowohl der Gewerkschaften als auch der ArbeitgeberInnen trägt dazu bei, ein öffentlichkeitswirksames Thema für die Kampagne zu wählen. Die Recherche der jeweiligen Branche, vor allem der Beziehungsstrukturen der Personen, Gruppen und Organisationen, die mit den jeweiligen ArbeitgeberInnen zu tun haben, sind hierbei unentbehrlich und erlangen strategische Wichtigkeit im Laufe der Kampagne. Spätestens wenn der Gang in die Öffentlichkeit ansteht, bedarf es eines Plans über den effektiven Einsatz der Medien. Bundesweite Kampagnen werden stärker, je besser sie lokal verankert sind. So zeigt das „Community Organizing“ oder die Suche nach Verbündeten in der Bildung eines sozialen Netzwerks vor allem seine Wirkung in der Eskalationsphase, in der gesellschaftliche AkteurInnen als Sprachrohre fungieren oder in Krisensituationen für Beschäftigte Schutzfunktionen als PatInnen übernehmen können.

Von der Theorie in die Praxis: Organizing bei ver.di Hamburg

Auch in Hamburg wird zur Zeit bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) im Fachbereich für Besondere Dienstleistungen der Organizing-Ansatz im Wach- und Sicherheitsgewerbe eingesetzt. Trotz eines viel zu kurzen Zeitplans, lokalen Herausforderungen und der schwierigen Übersetzungsarbeit des Modells auf deutsche/europäische Verhältnisse, ist es in dem Pilot-Projekt gelungen, Beziehungen und Kapazitäten unter den Sicherheitskräften aufzubauen: Die OrganizerInnen rufen Gewerkschaftsmitglieder an, die zerstreut über die ganze Stadt in Banken, Versicherungen, Fußballstadien, der Bahn oder im Einzelhandel als Sicherheitskräfte tätig sind, um einen konkreten Einblick in diese Branche zu bekommen und ein Treffen mit ihnen zu arrangieren. Sie kontaktieren Kunden-Betriebsräte und bitten um ihre Unterstützung. Vor allem aber laufen sie durch die ganze Stadt und suchen die Beschäftigten vor Ort auf.

Sie treffen meist auf isolierte, verängstigte und resignierte Arbeitskräfte, die um ihren Arbeitsplatz bangen. Oft findet sich jedoch ein Weg, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Nach dem Motto „Get their story! Explore how they feel“ erforschen die OrganizerInnen in strukturierten „one to one“-Gesprächen die konkreten Arbeitsbedingungen und Probleme vor Ort, sowie die Rolle des/der Beschäftigten, die er/sie in dem Job und bei den KollegInnen hat. Mit Fragen versuchen sie die Beschäftigten über die Konflikte zum Nachdenken anzuregen und nach Möglichkeiten der Veränderung zu suchen. Doch mit einem Treffen ist es nicht getan: Wiederholt treffen die OrganizerInnen die Beschäftigten und informieren sie über den Stand der Kampagne.

Nach einigen Monaten findet das erste „Organizing Committee“-Treffen statt, das den Kontakt zwischen den Beschäftigten herstellt. Trotz der hohen Stundenzahl von ca. 180-200 Stunden, die die Sicherheitskräfte im Monat zu arbeiten haben, um bei einem Niedriglohn von mittlerweile 6,40 Euro über die Runden zu kommen, setzt sich diese Sicherheitsfirmen-übergreifende kollektive Struktur der „Aktiven-Treffen“ im zweiwöchigen Rhythmus fort, bei reger Beteiligung der Beschäftigten. Zahlreich erscheinen sie sogar zur ersten Pressekonferenz von ver.di und schildern selbst ihre unsichtbaren Dienstleistungen sowie die verheerenden Bedingungen, unter denen diese stattfinden. In weiteren Aktionen in der Stadt geben sie ihren Forderungen nach höheren Löhnen und mehr Respekt für ihre Arbeit Ausdruck. Inzwischen lassen sie sich trainieren, um die Mindestlohn-Kampagne selber tragen zu können, schließlich gilt es weiterhin den „Plan to win“ zu verfolgen, auch wenn ver.di nach Ablauf der verlängerten Projekt-Frist erst mal nicht die bisherigen Ressourcen zur Verfügung stellt.

Ideen der Organizing-Kampagne in der politischen Arbeit sozialer Netzwerke

Während meiner Mitarbeit im Hamburger Organizing-Projekt grübelte ich oft darüber, wie dieses Wissen transferiert werden und in die Suche nach einem kontinuierlichen Arbeitsgefüge im Euromayday einfließen kann. Nach den geplanten sechs Monaten wurde eine Verlängerung des Projekts durchgesetzt, doch ich entschied mich, nicht weiter bei dem gewerkschaftlichen Organizing mitzuarbeiten. Die Position des Interface re-formulierte sich nun in meinem Wunsch, Ideen der Organizing-Kampagne in die politische Arbeit sozialer Netzwerke zu übertragen.

Die Maschine der selbst-kontrollierten, selbstorganisierten Erfindung der Entrepreneure und Enterployees läuft allerdings weiter. Und du wirst oft genug zurückgeworfen auf eine Materialität von Körperlichkeit, zerrissen in der „Schwebelage“ (Dörre 2005) zwischen dem Akt, dich nach dem neoliberalen Leitbild der „Selbstaktivierung“ und „Eigenverantwortung“ zu mobilisieren und der Forderung, dich nach dem Imperativ des „lebenslangen Lernens“ anzustrengen, um einem dauerhaft drohenden sozialen Abstieg zu entgehen. Gerade dort bedarf es der Schnittstellen von Kommunikations-Plateaus, die neue Wege eröffnen für prekäre Existenzweisen, jenseits der elenden Verwaltung der 1-Euro-Jobs und der Schikanen im Leben mit Harz IV. Schließlich konstituiert sich der Euromayday durch das Begehren, gegen eine Verengung des Prekarisierungs-Begriffs auf fordistische (Lohn)Arbeit anzutreten.

In der gegenwärtigen Transformation der kapitalistischen Wirtschaft wird „Wissen zur Hauptressource und damit auch zum wichtigsten Ort des Inwertsetzungsprozesses. (…) Es kommt nun hauptsächlich darauf an, technisches Wissen zu verwalten, die Entwicklung von Lernprozessen zu sichern, neues Wissen zu kreieren und sich den Zugang zu außerhalb verfügbarem Wissen zu verschaffen (…), weit verzweigte Kommunikationssysteme einzurichten“ (Moulier-Boutang 2003: 255f). Diese Produktion von Wissen durchquert jedoch die individualisierten Körper in ihren vielfältig geschalteten Begehren und Blockaden. Wie kann unter diesen Bedingungen ein biopolitischer Streik gedacht werden, wenn alles produktiv wird und das Kapital nun auf das ganze Leben zugreift? Wie können sich konkret prekäre WissensarbeiterInnen organisieren, die ihre Arbeitsorte wechseln oder sich in ihrem Home-Office eingerichtet haben, sich mit befristeten Werkverträgen rumschlagen und keine Rechte auf soziale Absicherung haben?

Die Frage nach einem „guten Leben“ im postfordistischen Alltag

Ein zentraler Grundsatz im Organizing besagt, wo kein Konflikt ist, kann auch nicht organisiert werden. Für mobile und flexible WissensarbeiterInnen hören allerdings der Betrieb und der Arbeitsplatz auf, maßgeblicher Ort des Hauptkonflikts zu sein. Die Front verläuft eher dort, „wo Information, Sprache, Lebensweise, Geschmack und Moden durch Kapital, Handel, Staat oder Medien erzeugt und gestaltet werden. Anders gesagt, überall dort, wo die Subjektivität (…) fabriziert und geformt“ wird (Gorz 2000: 62). „Seid Subjekte, kommuniziert, bringt eure Kreativität ein, kooperiert!“, heißt der Ordnungsruf, aber wie findet das genau statt? Das Kommando des Kapitals schreibt sich in Prozesse der Subjektivierung ein, doch wie setzen sich die Individuen zu den programmatischen Anrufungen und zu ihren Bedingungen ins Verhältnis?

Subjektivitäten spiegeln nicht die Arbeitsbedingungen der „immateriellen Arbeit“ wider. Subjektivität wird produziert, „wenn das gegenwärtige Regime der Arbeit verkörperte Erfahrung wird“ (Tsianos/Papadopoulos 2006). Prekarisierung bedeutet nicht die Ausbeutung der Arbeitskraft. Sie ist die Anordnung, in der Formen der Ausbeutung sich auf die Kontinuität des Alltags beziehen. Ein prekärer Alltag, in dem du gefordert bist, mit der Angst umzugehen ohne in Furcht zu erstarren. Keine Zeit haben, hinter der Zeit her zu rennen, sich in einer Zeitlichkeit der Gegenwart zu bewegen ohne planbare Zukunft. Nicht in den vielseitigen Abhängigkeiten ersticken und sich in die multiplen Intensitäten einspeisen. An der Schwelle der affektiven Erschöpfung Rast finden. In der Flexibilität der hohen Verwundbarkeit einen Schutz organisieren. Mit begrenzten, kaum vorhanden Ressourcen im Voraus Neues kreieren und sich selber sabotieren?

An dieser Stelle gilt es jedoch, den Eifer nach herkömmlichen Widerstands-Vorstellungen zu entschleunigen. Inne zu halten und sich der immanenten Verstrickung des Willens zur Macht im veränderten Raum-Zeit-Verhältnis zu stellen. Mitten drin in der Kleinschen Flasche, die Visualisierung der geometrischen Figur mit einer Fläche, die sowohl Innen wie Außen gleichzeitig ist. Wie in dieser Oberfläche Fluchtlinien markieren, die die Dynamisierung eines rhizomatischen Raums der Politisierung ermöglichen? Michel de Certeau definiert Raum als den Ort, mit dem man etwas macht, „als ein Geflecht von beweglichen Elementen“, der entsteht, „wenn man Richtungsvektoren, Geschwindigkeitsgrößen und die Variabilität der Zeit in Verbindung bringt“. Eine Anregung, die uns in der Vereinigung von Strömen mitreißt, die der Frage nach einem „guten Leben“ im postfordistischen Alltag folgen.

Literatur

Dörre, Klaus (2005): „Entsicherte Arbeitsgesellschaft. Politik der Entprekarisierung“. In: Widerspruch 49, 5-18

Gorz, André (2000): Arbeit zwischen Misere und Utopie. Frankfurt

Moulier-Boutang, Yann (2003): „Neue Grenzziehungen in der politischen Ökonomie“. In: von Osten, Marion (Hg.): Norm der Abweichung. Zürich/Wien/New York, 243-250

Tsianos,Vassilis/Papadopoulos, Dimitris (2006): „Prekarität: eine wilde Reise ins Herz des verkörperten Kapitalismus. Oder wer hat Angst vor der immateriellen Arbeit?“ zum Artikel

Efthimia Panagiotidis ist Soziologin. Sie lebt in Hamburg und arbeitet zu Prekarisierung und Mobilität im Postfordismus. Sie ist aktiv beim Euromayday und dem antirassistischen Netzwerk Kanak Attak.




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