Archiv für Dezember 2009

Silvesterknastkundgebung in Köln-Ossendorf

Alle Jahre wieder am 31.12. ab 18h die Silvesterknastkundgebung in Köln-Ossendorf. Für eine Gesellschaft ohne Knäste!

Aufruf:

Eine Gesellschaft ohne Gefängnisse ????
„Eine wichtige Herausforderung besteht darin, zur Schaffung einer humaneren, erträglicheren Umgebung für die Menschen im Gefängnis beizutragen, ohne sich dabei mit der Permanenz des Gefängnissystems abzufinden.“
Angela Davis

Am 31.12.09 gibt es in Köln wie in jedem Jahr um 18:00 an der Endhaltestelle der Linie 5 eine Demonstration zum Gefängnis in Köln Ossendorf

Wir sind der Ansicht, das Knäste keine sinnvolle Funktion haben und deshalb weg müssen. Unser Ziel ist eine Welt ohne Knäste und Zwangsanstalten. Im Gegensatz zur Todesstrafe haben Knäste eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz. Unter anderem liegt das auch daran, dass Knast den Einzelnen ideologisch von der Verantwortung befreit , sich mit den drängenden gesellschaftlichen Problemen auseinander zu setzen. Die Geschichte der Knäste ist eine Geschichte der Entwicklung und Erforschung baulicher und sozialer Techniken zur Bestrafung, Disziplinierung und Überwachung der Normabweichler_innen.
1790 wurde in den USA das erste Einzelzellengefängnis eröffnet. Anstelle der Arbeitsinternierung unter primär ökonomischen Gesichtspunkten wurde nun �Einfluss auf die Seele� genommen. Es wurde die Beziehung zwischen Wärter_innen und Gefangenen individualisiert. Der Abhängigkeitscharakter sollte gefördert werden, damit die Wärter_innen mehr Einfluss auf den zu erziehenden hätten. Zusätzlich wurden die Gefangenen mit Hilfe unterschiedlicher Belohnungs- bzw. Sanktionssysteme in vier Gruppen unterteilt. Damit wurde nicht mehr die Tat als Grundlage von Straftechniken angelegt, sondern das Verhalten während der Inhaftierung, Kooperationsbereitschaft, Reue und Prognosen . Mit der Wende vom 18.zum 19.Jahrh. hatte sich das System der Einzelzellenhaftstrafe durchgesetzt. 1844 wurden in Köln erstmals Gefangene in Einzelhaft untergebracht. Von 1842-1846 wurde der Knast Moabit gebaut, 3-stöckig, mit 500 Einzelzellen. Ab 1870 wurden sog. Großknäste
gebaut, z.B. Berlin-Tegel und Plötzensee für 900 bis 1000 Gefangene. Die Entwicklung führte Anfang des 20.Jahrh hin zu dem Stufensystem, gegliedert in super –, medium-, und minimum- Sicherheit. Vorläufig letzte Entwicklung sind die Hochhausknäste, in denen die Hochsicherheitstrakte ganz oben sind, wie z.B. in Stammheim im 7.Stock.

Die Lüge, die in vielen Köpfen herumspukt ist die, dass es Welche gibt, die da reingehören! Das zeugt nicht nur von einer fehlenden Gesellschaftskritik. Sobald Mensch anfängt, sich auf dieses Denkschema einzulassen, verliert sie/er aus den Augen, wozu Knast wirklich da ist.

Knast ist unter anderem die Antwort der Gesellschaft auf die sozialen Probleme der Menschen, die in Armut leben. Diese Probleme werden dadurch verschleiert, dass der Staat sie für sich brauchbar unter die Kategorie Kriminalität gruppiert und durch automatische Zuschreibung von sog. kriminellem Verhalten, an bestimmte soziale Schichten und an Migrant_innen und Asylbewerber_innen . Es wird systematisch die Gewährung von Sozialleistungen gekürzt und faktisch ein Zwang zur Aufnahme jeder Arbeit ausgeübt. Gleichzeitig wird eine Kontrollgesellschaft mit Kameraüberwachung, biometrischer Zuordnung, und vielen anderen Überwachungsmethoden, immer weiter ausgebaut. Wer dies nicht will und versucht sich dieser Normgesellschaft zu entziehen und sie dadurch bedroht, wird kriminalisiert. Immer mehr Menschen sind gezwungen mit sog. „illegalen Aktivitäten“ ihr Überleben zu sichern. Dadurch steigen die Inhaftierungen. Ca. 10% der Inhaftierten sitzt wegen nicht
bezahlter Geldstrafen ein, viele davon wegen Schwarzfahrens. Knast dient der Stabilisierung von systemerhaltenden Normen. Er ist eine mögliche Form der Bestrafung, hat darüber hinaus aber noch die wesentlichere Funktion der Bestätigung noch in der Norm lebender durch Abgrenzung von anderen und ist als Bedrohung allgegenwärtig.
Kriminalisierung und Knast haben also eine wesentliche Bedeutung für draußen. Sie dienen der Stabilisierung der sozialen Kontrolle.

Da dem Staat die ganze Überwachung, Verwaltung und Kontrolle zu teuer wird und die Gefangenenzahlen ansteigen, werden immer mehr Knäste privatisiert (siehe Ratingen, dort soll der erste private Knast in NRW von der Firma Billfinger und Berger gebaut werden!). Um das Knastgeschäft für die Industrie interessant zu machen, werden vom Staat die Gefangenen als billige Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt.

Die Radikale Linke hat dem bisher kaum etwas entgegen zu setzen vermocht. War in den 1970ern noch die Forderung für eine Gesellschaft ohne Knäste, so wurde daraus im Laufe der Zeit Freiheit für die politischen Gefangenen und manchmal auch nur noch für die unschuldigen Gefangenen. Damals in den 70er und 80er Jahren gab es große Kontroversen und Proteste in der Öffentlichkeit. Doch im Unterschied zu damals sind es heute nur Wenige, die protestieren und die Proteste verhallen weitgehend ungehört. Denn sowohl zu Zeiten der RAF-Fahndung wie anlässlich des Volkszählungsboykotts speiste sich der Protest nicht allein aus einem politischen Engagement, sondern vor allem aus dem Gefühl persönlicher Betroffenheit. Nicht zuletzt diese Ängste waren konstitutiv für die Bewegung der 80er Jahre. Sie kam aus dem Horizont der eigenen Betroffenheit nie so recht hinaus und wurde zu einer reinen Rechtshilfebewegung, die nicht einmal in der Lage war, die
politische Dimension der neuen staatlichen Kontrollfunktion zu begreifen.

Es ist daher nicht verwunderlich, das sich die Empörung über die neuen Überwachungsmaßnahmen, z.B. über die Androhung einer vorbeugenden Haft oder das Konstrukt des verdächtigen Zeugens in Grenzen hält. Die Medienkampagne hat geklappt : die meisten sind sich sicher, das nicht die Gesamtheit der Unbescholtenen Bürgerinnen� betroffen ist.

Für eine Gesellschaft ohne Knäste dieser Satz ist kein Wunsch für irgendwann nach der Revolution, sondern ein Programm an dem sich die tägliche Praxis messen lassen muss. Es geht nicht nur um irgendwelche publikumswirksamen Auswüchse des Knastsystems. Es geht nicht um kosmetische Korrekturen am Knastalltag, seien sie auch noch so wortradikal formuliert. Es gibt keine guten Haftbedingungen, keine Menschen die zu recht&oder zu „unrecht“ im Knast sitzen. Knast wird in der Szene & höchstens dann zum Thema, wenns mal eine oder einen aus unseren Reihen trifft. dann fährt uns die Angst in die Knochen, das es uns ja mal ähnlich gehen könnte, und wenn dann draußen niemand was macht…….
Dabei wird dann im Taumel der üblichen Antirepressionskampagnen unsere grundsätzliche Haltung zum Knast oft schnell bis zur Unkenntlichkeit entstellt.

Wir können nicht oft genug feststellen, dass unsere Genoss_innen zu Unrecht sitzen oder verfolgt werden. Wir reklamieren die besonderen Haftbedingungen unsereGefangenen. Wir weisen nach, dass ein Urteil gegen unsere Genossinnen nur durch ein unfaires unrechtmäßiges Verfahren zustande kam…. und vergessen dabei, dass das Terrain auf das wir uns begeben haben ziemlich schmierig ist. Wir vergessen dabei nur zu gern, dass wir der Gesellschaft bereits bei der Unterscheidung in Recht und Unrecht auf den Leim gekrochen sind, dass die Knäste zum allergrößten
Teil aufgrund von Urteilen in rechtmäßigen Verfahren gefüllt werden.

Wir vergessen all zu häufig, dass die Haftbedingungen, vor denen wir plötzlich unsere Augen nicht mehr verschließen können, weil wir selbst davon betroffen sein könnten, zur Normalität in den Knästen gehören. Auch sollte mal das Verhältnis zur bürgerlichenRechtsstaatlichkei gründlich überprüft werden. Denn scheinbar wächst mit abnehmender Stärke der Bewegung gleichzeitig er Umfang der Forderungen an den Rechtsstaat;.

Wir fordern die Verbote von Nazi- Organisationen, was leichter ist als etwas dafür zu tun dass faschistische Ideen keinen Boden mehr haben, sind still bei der nachträglichen Sicherheitsverwahrung, weil wir sicher sind, dass es um Sexualstraftäter geht und vergessen dabei, dass die meisten Vergewaltiger aus der Familie oder dem Umfeld kommen und nicht angezeigt werden bzw. die Anzeige eingestellt wird. ( Nach einer Studie zu Vergewaltigungen in Großbritannien, erschienen Ende November 2005 werden etwa 15 % der Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffe angezeigt. In 3% der Fällen kommt es zu einer Verhandlung. --- Es wird doch niemand ernstlich behaupten wollen dass wir sicherer leben, weil 3 % der Vergewaltiger im Knast sitzen? ).

Der Knast ist eine zentrale Säule des kapitalistischen Systems und es ist klar, dass der Kampf gegen die Knäste untrennbar mit dem Kampf gegen das kapitalistische System verbunden ist!
In diesem Sinne see you in Ossendorf!!
Für eine Gesellschaft ohne Knäste weg mit allen Zwangsanstalten!!

AntiknastAG-K

Am 31.12.09 gibt es in Köln wie in jedem Jahr um 18:00 an der Endhaltestelle der Linie 5 eine Demonstration zum Gefängnis in Köln Ossendorf

danach:Kleine Silvesterparty:
Silvesterparty bei uns! auf dem Bauwagenplatz Krefelderstr.

Das unsichtbare Komitee: Der kommende Aufstand

Endlich übersetzt. Dann kann ja die Märzrevolution kommen…..


In einer kollektiven Übersetzung aus dem Umfeld der Grundrisse

Vorbemerkung der Redaktion:

Das Buch L´insurrection qui vient [Der kommende Aufstand] wurde im Anschluss an die Krawalle in den Vorstädten vieler französischer Städte 2005 geschrieben im und im März 2007 vom Comité invisible [Das unsichtbare Komitee] veröffentlicht. Größere Aufmerksamkeit erlangte es durch die Festnahme der „Tarnac9“, einer Gruppe von Menschen, die aus der Stadt aufs Land gezogen waren, und zwar nach Tarnac, einer kleinen Stadt in der Region des Zentralmassivs in Frankreich. Im November 2008 wurden sie beschuldigt, einen TGV-Zug mit sogenannten Hakenkrallen lahm gelegt zu haben (eine Technik, die in Deutschland als Widerstandsaktion gegen AKWs sehr beliebt war), außerdem wurde Julien Coupat, Mitherausgeber der Zeitschrift, beschuldigt L´insurrection qui vient geschrieben zu haben, was dieser abstritt, obwohl er zugab, ein Bewunderer des Textes zu sein. Schon vor dem Erscheinen der englischen Ausgabe, veröffentlicht im August 2009 unter dem Titel Coming Insurrection, erregte der Text Aufsehen durch eine unautorisierte Buchpräsentation in einer New Yorker Buchhandlung einschließlich Polizeieinsatz – außerdem malte derbekannte konservative Talkmaster Glenn Beck eine Bedrohung durch eine extreme Linke an die Wand, die zu den Waffen rufe. ‚insurrection qui vient ist ein in anarchistisch-autonomen Vokabular verfasster und stark von situationistischen Anleihen geprägter Text, der auf Basis einer Analyse der herrschenden Gesellschaft zum organisierten Widerstand gegen diese aufruft – mit dem Ziel, den kommenden Aufstand vorzubereiten. Erste Ansätze für diesen machen die VerfasserInnen in den Revolten der letzten Jahre aus: etwa jener in den Banlieues oder auch der Anti-CPE-Bewegung in Frankreich, den Unruhen in Griechenland sowie dem „Schwarzen Frühling“ in Algerien.

Wir haben uns zur Übersetzung und zum Abdruck des Vorworts aus der englischen Ausgabe von L‘insurrection qui vient entschlossen, um den deutschsprachigen LeserInnen einen ersten Einblick in die Sprache und die Vorschläge des Comité Invisble zu geben. Dieses Vorwort entstand kurz nach den Unruhen in Griechenland im Dezember 2008 – und ist somit auch gegenwartsnäher als der Haupttext selbst. Das Vorwort wurde im Jänner 2009 erstmals veröffentlicht.

Egal von welchem Blickwinkel aus betrachtet, die Gegenwart lässt keinen Ausweg. Und das ist nicht der geringste ihrer Vorzüge. Denen, die vor allem auf der Suche nach Hoffnung sind, entzieht sie jeden sicheren Boden. Jene, die beanspruchen Lösungen zu haben, werden nahezu sofort in Widersprüche verwickelt. Alle sind sich darin einig, dass alles nur noch schlimmer werden kann. „Die Zukunft hat keine Zukunft“. Das ist die Weisheit eines Zeitalters, das trotz seines Anscheins von perfekter Normalität den Bewusstseinsgrad der ersten Punks erreicht hat.

Eine Klarstellung

Alle sind sich einig. Die Explosion steht bevor. In den Korridoren der Nationalversammlung wird dies mit ernster und selbstgefälliger Miene ebenso zugestanden, wie es gestern in den Kaffeehäusern weiter verbreitet wurde. Die Berechnung der Risiken bereitet ein gewisses Vergnügen. Wir werden bereits mit einer detaillierten Auflistung der vorbeugenden Maßnahmen zur Sicherung des Territoriums konfrontiert. Die Neujahrsfeierlichkeiten nehmen eine entscheidende Wende – „Nächstes Jahr wird es keine Austern geben, also genießt sie, solange ihr noch könnt!“ Um zu verhindern, dass die traditionelle Unordnung die Feiern zur Gänze verdrängt, entsendet Alliot-Marie (der französische Innenminister) eilends 36.000 Bullen und 16 Hubschrauber – derselbe Clown, der sich während der SchülerInnen-Demonstrationen im Dezember zitternd nach den geringsten Anzeichen für eine griechische Verseuchung umsah, während er vorsorglich den Polizeiapparat in Bereitschaft brachte. Unterhalb des beschwichtigenden Dröhnens können wir den Lärm der Vorbereitungen auf den offenen Krieg täglich deutlicher wahrnehmen. Die kalte und pragmatische Implementierung dieses Krieges, der sich längst nicht mehr damit aufhält, sich als „friedenserhaltende Maßnahme“ darzustellen, können wir unmöglich ignorieren.

Die Zeitungen listen die Ursachen für plötzliche Unruhen gewissenhaft auf. Da ist selbstverständlich die Finanzkrise mit ihrer boomenden Arbeitslosigkeit, ihrem Anteil an Hoffnungslosigkeit und Sozialplänen, ihren Skandalen à la Kerviel[1] und Madoff[2]. Da ist der Zusammenbruch des Bildungssystems und seine schwindende Produktion von ArbeiterInnen und BürgerInnen – selbst mit den Kindern der Mittelklasse als Rohmaterial. Da ist die Existenz einer Jugend ohne politische Vertretung, eine Jugend, die zu nichts anderem taugt als zur Zerstörung von Gratisfahrrädern, die ihr die Gesellschaft so gewissenhaft zur Verfügung stellt.

Keines dieser lästigen Sujets sollte unüberwindlich scheinen in einer Zeit, deren vorherrschende Regierungsform gerade im Krisenmanagement besteht. Es sei denn, wir berücksichtigen, dass die Macht nicht bloß einer weiteren Krise gegenübersteht noch auch einer Serie von mehr oder weniger chronischen Problemen, von mehr oder weniger erwarteten Unruhen, sondern dass sie mit einer einzigartigen Gefahr konfrontiert ist: dass nämlich eine Form des Konflikts und Positionen entwickelt wurden, die eindeutig nicht kontrollierbar sind.

Diejenigen, die diese Gefahr überall ausmachen, müssen sich mehr Fragen stellen als jene unbedeutenden Fragen nach den Gründen von oder Wahrscheinlichkeiten für unvermeidliche Bewegungen und Auseinandersetzungen. Sie müssen sich beispielsweise fragen, wie das griechische Chaos in der französischen Situation einen Nachhall finden kann. Eine Erhebung hier kann nicht die einfache Umsetzung dessen sein, was dort drüben geschah. Der globale Bürgerkrieg hat immer noch seine lokalen Besonderheiten. Eine Situation allgemeinen Aufruhrs würde in Frankreich die Explosion eines anderen Sinns bewirken.

Die griechischen AufrührerInnen stehen einem schwachen Staat gegenüber, während sie aus ihrer starken Popularität einen Vorteil ziehen können. Wir dürfen nicht vergessen, dass sich die Demokratie selbst auf der Grundlage einer Praxis politischer Gewalt erst vor dreißig Jahren gegen das Obristenregime wieder eingesetzt hat. Diese Gewalt, deren Erinnerung noch nicht in weite Ferne gerückt ist, scheint für die meisten GriechInnen weiterhin unmittelbar gegeben zu sein. Selbst die AnführerInnen der sozialistischen Partei haben in ihrer Jugend ein oder zwei Molotowcocktails geworfen. Doch ist die klassische Politik mit variants ausgestattet, die sehr genau wissen, wie sie diese Praktiken aufnehmen und ihren ideologischen Mist bis ins Herz des Aufruhrs ausweiten können. Wenn die griechische Schlacht nicht auf der Straße entschieden und niedergeschlagen wurde – die Polizei wurde sichtbar überlistet –, dann deshalb weil ihre Neutralisierung andernorts erreicht wurde. Es gibt nichts, was mehr Leere verbreitet, nichts Fataleres als diese klassischen Politiken mit ihren ausgehöhlten Ritualen, ihrem gedankenlosen Denken, ihrer kleinen geschlossenen Welt.

In Frankreich waren unsere hehrsten sozialistischen BürokratInnen niemals etwas anderes als verschrumpelte Schalen, die die Hallen der Nationalversammlung bevölkern. Alle verschwören sich miteinander, um selbst die geringste Form politischer Intensität zu vernichten. Das heißt, es ist immer möglich, die BürgerIn der bzw. dem Deliquenten gegenüberzustellen, und zwar in einem quasi-linguistischen Verfahren, das mit einer quasi-militärischen Operation einhergeht. Der Aufruhr vom November 2005 ebenso wie in einem anderen Kontext die sozialen Bewegungen im Herbst 2007 haben bereits mehrere Präzedenzfälle geschaffen. Das Bild rechter Studierender in Nanterre, die applaudierten, als die Polizei ihre KommilitonInnen von der Uni verwies, gibt einen flüchtigen Eindruck davon, was in Zukunft bevorsteht.

Es versteht sich von selbst, dass die Bindung der Franzosen und Französinnen an den Staat – der Garant universeller Werte, das letzte Bollwerk gegen die Katastrophe – pathologisch ist und sich kaum lösen lässt. Diese Bindung ist vor allem eine Fiktion, die nicht mehr weiß, wie sie fortgesetzt werden soll. Unsere Gouverneure selbst betrachten diese Bindung zunehmend als nutzlosen Balast, da sie den Konflikt immerhin für das halten, was er ist, nämlich ein militärischer. Sie haben keine Hemmungen, Elite-Antiterroreinheiten einzusetzen, um Aufruhre zu bändigen, oder um eine von ArbeiterInnen besetzte Wiederaufbereitungsanlage zu befreien. Während der Sozialstaat kollabiert, erleben wir das Auftauchen eines brutalen Konflikts zwischen denjenigen, die sich nach Ordnung sehnen, und denen, die das nicht tun. Alles, was die französische Politik zu deaktivieren vermochte, spielt sich gerade frei. Es wird ihr niemals möglich sein, all das zu verarbeiten, was sie verdrängt hat. Auf einer fortgeschrittenen Stufe sozialen Zerfalls können wir darauf zählen, dass die kommende Bewegung den notwendigen nihilistischen Atem finden wird. Das bedeutet nicht, dass sie nicht an andere Grenzen stoßen wird.

Revolutionäre Bewegungen finden nicht über Verseuchung, sondern über Resonanzen ihre Verbreitung. Etwas, das hier konstituiert wird, schwingt mit der Schockwelle mit, die von etwas, das sich anderswo konstituiert hat, ausgesendet wurde. Ein Resonanzkörper schwingt auf eine ihm eigene Weise mit. Ein Aufstand ist nicht vergleichbar mit einer Pest oder einem Waldbrand – ein linearer Prozess, der sich nach einem anfänglichen Zündfunken von einem Ort zum nächsten ausbreitet. Ein Aufstand nimmt eher die Form von Musik an, deren in Raum und Zeit verstreute Brennpunkte, es dennoch schaffen, den Rhythmus ihrer eigenen Vibrationen durchzusetzen, und zusehends an Dichte zu gewinnen. Bis zu dem Punkt, dass eine Rückkehr zum Normalen nicht länger wünschenswert oder vorstellbar ist.

Wenn wir vom Empire sprechen, benennen wir die Machtmechanismen, die präventiv und chirurgisch jedes revolutionäre Werden in einer Situation unterdrücken. In diesem Sinn ist das Empire kein Feind, der uns frontal gegenübersteht. Es ist ein Rhythmus, der sich aufzwingt, eine Weise, die Realität zu dispensieren und zu zerstreuen. Es ist weniger eine Weltordnung als deren traurige, wuchtige und militaristische Auslöschung.

Mit der Partei der Aufständischen meinen wir den Entwurf einer völlig anderen Zusammensetzung, einer anderen Seite der Wirklichkeit, die von Griechenland bis in die französischen Banlieues ihre Konsistenz sucht.

Es ist inzwischen selbstverständlich, dass Krisensituationen viele Gelegenheiten zur Restrukturierung der Herrschaft bieten. Deshalb kann Sarkozy, ohne den Anschein einer allzu großen Lüge zu erwecken, ankündigen, dass die Finanzkrise „das Ende einer Welt“ bedeutet, und dass das Jahr 2009 Frankreich in eine neue Ära eintreten sehen wird. Diese Scharade einer Wirtschaftskrise soll eine Neuigkeit sein: Wir sollen glauben, dass wir am Beginn einer neuen Epoche stehen, in der wir alle zusammen gegen Ungleichheit und globale Erwärmung kämpfen werden. Aber für unsere Generation – die in der Krise geboren wurde und nichts als ökonomische, finanzielle, soziale und ökologische Krisen kennt – ist das kaum akzeptabel. Sie werden uns nicht wieder verarschen mit einem weiteren „Jetzt beginnen wir ganz von Neuem“ und „Wir müssen nur eine Zeitlang unsere Gürtel enger schnallen“. Um die Wahrheit zu sagen, die verheerenden Arbeitslosenzahlen lösen überhaupt kein Gefühl mehr in uns aus. Die Krise ist ein Mittel des Regierens in einer Welt, die scheinbar nur durch das unendliche Management ihres eigenen Kollapses zusammengehalten wird.

In diesem Krieg geht es nicht um unterschiedliche Weisen, die Gesellschaft zu managen, sondern um irreduzible und unversöhnbare Ideen von Glück und ihren Welten. Wir wissen das ebenso wie die MachthaberInnen. Die militanten Überreste, die uns beobachten – immer zahlreicher, immer leichter zu identifizieren – raufen sich die Haare und versuchen, uns in ihre kleinen Schubladen in ihren kleinen Köpfen zu stecken. Sie strecken uns ihre Hände entgegen, um uns besser ersticken zu können – mit ihren Fehlschlägen, ihren Lähmungen und ihren dummen Problematiken. Die Militanten werden – von Wahlen zu „Transitionen“ – niemals etwas anderes sein als das, was uns stets ein wenig mehr von der Möglichkeit des Kommunismus abbringt. Glücklicherweise werden wir weder Verrat noch Täuschung länger Platz einräumen.

Die Vergangenheit hat uns viel zu viele schlechte Antworten gegeben, als dass wir nicht sähen, dass die Fehler in den Fragen selbst liegen. Es gibt keine Notwendigkeit zwischen dem Fetischismus der Spontanität und der organisatorischen Kontrolle zu wählen; zwischen dem „Entweder keiner oder alle“ der aktivistischen Netzwerke und der Disziplin der Hierarchie; zwischen einer verzweifelten Handlung jetzt und einem verzweifelten Warten auf später; zwischen einem Einklammern dessen, was im Namen eines Paradieses gelebt und erprobt werden soll, eines Paradieses das zusehends als Hölle erscheint, je länger es hinausgezögert wird und dem Herumreiten darauf, dass der Anbau von Karotten ausreicht, um diesen Alptraum zu überwinden.

ORGANISATIONEN SIND HINDERNISSE FÜR UNSERE SELBSTORGANISIERUNG

In Wahrheit gibt es keine Diskrepanz zwischen dem, was wir sind, was wir tun und was wir werden. Organisationen – seien sie politisch oder gewerkschaftlich, faschistisch oder anarchistisch – beginnen immer damit, dass sie diese Aspekte der Existenz praktisch voneinander trennen. So ist es ihnen ein Leichtes, ihren idiotischen Formalismus als einziges Heilmittel gegen diese Trennung zu präsentieren. Organisieren bedeutet nicht, der Schwäche eine Struktur zu verpassen. Organisieren bedeutet vor allem, Bindungen einzugehen – Bindungen, die mitnichten neutral sind – furchterregende Bindungen. Der Grad der Organisation misst sich an der Intensität des – materiellen und geistigen – Teilens.

Materiell das Überleben zu organisieren heißt von nun an, materiell den Angriff zu organisieren. Überall muss eine neue Idee von Kommunismus ausgearbeitet werden. In den Nischen von Bars, in Copy-Shops, in besetzten Häusern, auf Bauernhöfen und in besetzten Gymnasien werden neue KomplizInnenschaften in die Welt gesetzt. Diese wertvollen Einverständniserklärungen dürfen nicht zurückgewiesen werden; sie sind die notwendigen Mittel für die Entwicklung der Kräfte.

Hier liegt die wahre revolutionäre Potentialität der Gegenwart. Die zunehmend häufiger auftretenden Auseinandersetzungen haben diese großartige Qualität: Sie bieten immer eine Gelegenheit für KomplizInnenschaften dieses Typs, manchmal vergänglich, aber manchmal auch untrüglich. Wenn einige tausend Jugendliche den Entschluss zum Angriff auf diese Welt fassen, müsste man so dumm sein wie ein Polizist, um eine finanzielle Spur, einen Anführer oder eine VerräterIn zu suchen.

Zwei Jahrhunderte Kapitalismus und Marktnihilismus haben uns zur extremsten Entfremdung gebracht – von uns selbst, von den anderen, von der Welt. Die Fiktion des Individuums hat sich ebenso rasch zersetzt, wie sie real wurde. Als Kinder der Metropole lassen wir uns auf diese Wette ein: Im schlimmsten Mangel der Existenz, fortwährend unterdrückt, fortwährend wegbeschworen, liegt die Möglichkeit des Kommunismus verborgen.

Wenn alles gesagt und alles getan ist, befinden wir uns mit der gesamten Anthropologie im Krieg; mit der Idee der Menschheit.

Kommunismus muss demzufolge als Voraussetzung und als Experiment verstanden werden. Als Teilen eines Empfindungsvermögens und als Erarbeiten eines Teilens. Als Enthüllung dessen, was gemeinsam ist und als Erzeugung einer Kraft. Kommunismus ist die Matrix eines akribischen und verwegenen Anschlags auf Herrschaft; ein Name für alle Welten und eine Aufforderung zum Widerstand gegen die imperialistische Befriedung, ein Name für alle nicht auf das Reich der Waren reduzierbaren Solidaritäten, für alle Freundschaften, die von den Notwendigkeiten des Krieges ausgehen. Kommunismus. Wir wissen, dass Kommunismus ein Begriff ist, mit dem ein vorsichtiger Umgang nötig ist. Nicht, weil er in der großen Weltenparade aus der Mode gekommen wäre, sondern weil unsere schlimmsten Feinde ihn verwendet haben und immer noch verwenden. Wir bestehen darauf: Bestimmte Wörter sind wie Schlachtfelder. Ihre revolutionäre oder reaktionäre Bedeutung ist ein Sieg, der den Klauen des Kampfes entrissen werden muss.

Die klassische Politik hinter sich zu lassen bedeutet, sich einem Krieg zu stellen, der auch im Bereich der Sprache ausgetragen wird; beziehungsweise in der Art und Weise, wie die Wörter, die Gesten und das Leben unauflöslich miteinander verknüpft sind. Wenn jemand dermaßen große Anstrengungen unternimmt, um einige junge KommunistInnen als TerroristInnen hinter Gitter zu bringen, weil sie angeblich an der Veröffentlichung von Der kommende Aufstand[3] beteiligt waren, dann geht es nicht um ein „gedankliches Verbrechen“, sondern vielmehr darum, dass sie möglicherweise eine gewisse Übereinstimmung zwischen Taten und Denken verkörpern. Und das ist etwas, was selten mit Nachsicht behandelt wird.

Die Schuld dieser Leute besteht nicht darin, ein Buch geschrieben zu haben, und auch nicht in einem physischen Angriff auf die sakrosankten Flüsse, die die Metropolen bewässern. Ihre Schuld besteht darin, dass sie diese Flüsse möglicherweise mit der Dichte eines politischen Denkens und einer politischen Position konfrontiert haben. Dass ein Akt Sinn gemacht haben könnte, und zwar einer anderen Konsistenz der Welt entsprechend denn jener des Empires. Anti-Terrorismus nimmt für sich in Anspruch, die mögliche Zukunft einer „kriminellen Vereinigung“ zu attackieren. Tatsächlich handelt es sich aber um die Zukunft der Situation. Es handelt sich um die Möglichkeit, dass sich hinter jeder KrämerIn einige schlechte Intentionen verbergen und hinter jedem Gedanken die Tat, nach der dieser schreit. Diese Möglichkeit, zum Ausdruck gebracht durch eine – anonyme, aber einladende, verbreitete und damit unkontrollierbare – politische Idee, die nicht in den Stauraum der freien Meinungsäußerung verbannt werden kann.

Es besteht kaum mehr ein Zweifel darüber, dass es die Jugend ist, die die Macht als erste rigoros herausfordern wird. Die letzten paar Jahre, von den Unruhen im Frühling 2001 in Algerien bis zu jenen im Dezember 2008 in Griechenland, sind diesbezüglich nichts anderes als eine Reihe von Warnsignalen. Diejenigen, die vor dreißig oder vierzig Jahren gegen ihre Eltern revoltierten, werden nicht zögern, dies auf einen Generationenkonflikt zu reduzieren, wenn nicht sogar auf ein vorhersehbares Symptom der Adoleszenz.

Die einzige Zukunft einer „Generation“ ist es, diejenige zu sein, die vorangeht auf einer Strecke, die unvermeidlich am Friedhof endet.

Die Tradition würde danach verlangen, dass alles mit einer „sozialen Bewegung“ beginnt. Besonders in einem Moment, in dem die noch immer mit ihrer Selbstauflösung beschäftigte Linke heuchlerisch versucht, ihre Glaubwürdigkeit auf den Straßen zurückzuerlangen. Nur dass sie auf den Straßen längst kein Monopol mehr hat. Seht nur, wie sich mit jeder neuen Mobilisierung von OberschülerInnen – ebenso wie mit allem anderen, was die Linke zu unterstützen wagt – eine stets größer werdende Kluft zwischen ihren jammernden Forderungen und dem Grad der Gewalt und Entschlossenheit der Bewegung auftut.

AUS DIESER KLUFT MÜSSEN WIR EINEN SCHÜTZENGRABEN MACHEN

Wenn wir die Abfolge der Bewegungen betrachten, von denen eine auf die andere folgt, ohne irgendetwas Sichtbares zu hinterlassen, muss dennoch eingestanden werden, dass irgendetwas bestehen bleibt. Ein staubiger Pfad verbindet, was sich im jeweiligen Ereignis nicht hat einfangen lassen von der absurden Zeitlichkeit eines zurückgenommenen neuen Gesetzes oder irgendeinem anderen Vorwand. Stoßweise und mit einem eigenen Rhythmus können wir beobachten, wie etwas, das einer Kraft gleicht, Gestalt annimmt. Eine Kraft, die nicht ihrer Zeit dient, sondern ihre eigene Zeit auferlegt.

Es geht nicht mehr darum, den Zusammenbruch vorherzusagen oder die Möglichkeiten von Freude zu schildern. Es ist nicht entscheidend, ob es früher oder später eintritt, jetzt geht es darum, sich darauf vorzubereiten. Wir müssen kein Modell dafür erarbeiten, was ein Aufstand sein sollte, sondern die Möglichkeit einer Erhebung als das verstehen, was diese immer hätte sein sollen: Ein lebenswichtiger Impuls der Jugend ebenso wie eine populäre Weisheit. Wenn jemand weiß, welche Bewegung vollzogen werden muss, dann ist das Fehlen eines Modells kein Hindernis, sondern eine Gelegenheit. Für die Aufständischen ist dies der einzige Raum, der das Wesentliche zu garantieren vermag, nämlich das Bewahren der Initiative. Was noch hervorgebracht und – wie ein Feuer – gepflegt werden muss, ist eine gewisse Vorhersage, ein gewisses taktisches Fieber, das sich, wenn es erst einmal auftritt, selbst als Determinante enthüllt – als ständige Quelle der Determination. Bestimmte Fragen, die gestern noch grotesk oder veraltet angemutet hätten, wurden neuerlich aufgeworfen: Sie müssen angegangen werden, nicht um endgültige Antwort zu finden, sondern um sie am Leben zu erhalten. Diese Fragen erneut aufgeworfen zu haben, ist nicht das geringste Verdienst der griechischen Erhebung.

Wie wird eine Situation verallgemeinerten Aufruhrs zu einer Situation des Aufstands? Was tun, wenn die Straßen erst eingenommen sind und die Polizei dort lautstark bezwungen wurde? Verdienen es die Parlamente noch, angegriffen zu werden? Was ist die praktische Bedeutung der lokalen Absetzung der Macht? Wie entscheiden? Wie existieren?

WIE EINANDER FINDEN?

Jänner 2009

Es handelt sich bei diesem Text um das Vorwort zum Buch The Coming Insurrection, das für die englische Übersetzung des Buches L’insurrection qui vient angefertigt wurde. Sowohl die französische wie auch die englische Version des Textes sind als PDF-Dateien im Netz zu finden (für die englische Version: http://deletetheborder.org/node/2216 ; für die französische Version: http://www.lafabrique.fr/IMG/pdf_Insurrection.pdf ).

[1] Jérôme Kerviel, ehemaliger Mitarbeiter der französischen Großbank Société Générale, wurde beschuldigt, im Jänner 2008 der Bank durch Spekulationsgeschäfte mit dem Aufbau von Handelspositionen im Wert von 50 Mrd. Euro einen Schaden von 4,9 Milliarden Euro zugefügt zu haben. (Diese und alle weiteren FN sind Anmerkungen der ÜbersetzerInnen.)

[2] Bernard Lawrence Madoff, ehemaliger Vorsitzender der Technologiebörse NASDAQ (USA) betrieb jahrzehntelang einen Investmentfonds in Form eines Pyramidenspiels, das Ende 2008 platzte und mehrere Milliarden Euro Schaden verursachte.

[3] Comité invisible, L’insurrection qui vient, Paris: La Fabrique 2007.

Kronstadt

ANDREAS GRAF
Die Selbstzerstörung der Revolution. Utopie Kreativ

Normalerweise würde ich sagen, wir haben Wichtigeres zu tun, als
uns mit den nunmehr 75 Jahren zurückliegenden Vorgängen in und
um Kronstadt zu befassen. Wir bedürfen ihrer nicht mehr, um zu
wissen, daß eine Revolution ihre Kinder frißt. Wir bedürfen ihrer
noch weniger, um uns sagen zu lassen, daß das Projekt der russischen
Revolution sich selbst zerstört hat. Nach dem Ende des »Realsozialismus
« ist überdies der Raum für Illusionen geschrumpft,
dieWirkung propagandistischer Täuschung dahin, die Möglichkeit
zur Selbsttäuschung geschwunden. Und dennoch: Das Schicksal
des Kronstädter Aufstandes 1921 stellt wichtige Fragen: War »diese
kleinbürgerliche Konterrevolution«, in der »das kleinbürgerliche,
anarchistische Element« offenbar auch »das Proletariat« beeinflussen
konnte, wirklich nur »ein ganz unbedeutender Zwischenfall
«, freilich auch »gefährlicher als Denikin, Judenitsch und
Koltschak zusammengenommen« und in summa »die politische
Vorstufe desWeißgardistentums« (Lenin), ihre Niederwerfung mithin
»eine tragische Notwendigkeit« (Trotzki)? Oder befand sich
derWurm bereits in der Frucht?War das Projekt der russischen Revolution
vielleicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt – nicht
erst aufgrund seiner speziellen »stalinistischen« Perversion?
Um darauf eine Antwort geben zu können, die über die genannten,
inzwischen zum Gemeinplatz gewordenen Erkenntnisse hinausführt,
ist das Dickicht exegetischer Finessen und falscher Frontbildungen
zu lüften.
Kronstadt: Seefestung, Garnison und Hafenstadt liegt auf der Insel
Kotlin im Finnischen Meerbusen, etwa 25 Kilometer vor den
Toren der alten Hauptstadt. Seine Bevölkerung setzte sich vor allem
aus den Mannschaften der Baltischen Flotte, Garnisonssoldaten,
Tausenden, meist in denWaffendepots beschäftigtenArbeitern,
zahlreichen Offizieren, Beamten, Ladenbesitzern, Handwerkern –
insgesamt etwa 50.000 Einwohnern – zusammen.
An allen revolutionären Bewegungen der Neuzeit, die Rußland
erschüttert haben, war die Flotte entscheidend beteiligt. 1905 und
1917 standen die Matrosen der Baltischen Flotte und die Garnison
von Kronstadt in der vordersten Reihe der revolutionären Bewegungen
gegen die alte Gesellschaft. Nicht wenige Matrosen spielten
eine wichtige Rolle an den Fronten und in den lokalen Sowjets.
Kronstadt wurde zu einem Mythos. »Die Kronstädter Seeleute verwandelten
sich in eine Art Kampforden der Revolution«, schrieb
Trotzki, waren »Stolz und Ruhm der russischen Revolution«. Viele Faktoren haben dazu beigetragen. Mit Sicherheit ist anzunehmen, daß sich das Marinepersonal nicht nur durch ein ausgesprägtes politisches Engagement, sondern auch durch ein höheres
Bildungsniveau als das durchschnittliche der russischen Bevölkerung
auszeichnete, da es sich teilweise aus der qualifizierten Arbeiterschaft
rekrutierte. Hinzu kam die Nähe der Metropole mit ihrem
intensiven politischen, intellektuellen und sozialen Leben. Petrograd
hielt Kronstadt stetig in Atem.
Krieg, Revolution, Intervention und innere Kämpfe hatten Sowjetrußland
erschöpft und sein Volk an den Rand der Verzweiflung
gebracht. Die Waffen des »Kriegskommunismus« waren mit der
Zeit stumpf geworden: Die Bauern waren nach der Niederlage des
gemeinsamen Feindes nicht länger gewillt, Opfer zu bringen. Die
Stadt hatte dem Land kaum noch Waren anzubieten; die Industrieproduktion
war katastrophal gesunken. Schneestürme und Brennstoffmangel
brachten den Transport von Lebensmitteln in die Städte
zum Erliegen. Die Rationen mußten eingeschränkt werden. Die
Bevölkerung großer Zentren, wie Petrograd und Moskau, ging auf
die Hälfte und weniger zurück. Massenweise flohen die Arbeiter
vor dem Hunger. »Das Steuer entgleitet den Händen«, seufzte Lenin.
Und: »Wir sind zu dem Schluß gekommen, daß eine allgemeine
Unzufriedenheit besteht. Diese Unzufriedenheit muß von unten
her abgefangen werden; wenn das über die Sowjetbehörden nicht
rasch möglich ist, dann direkt über die Organe der Partei.«
Nicht nur in Kronstadt, in Petrograd, Moskau und anderen Städten
begann es zu grollen. Die allgemeine Misere führte im Februar
1921 zu Streiks, Protestversammlungen und Straßendemonstrationen.
Gleichzeitig breiteten sich Bauernunruhen in einigen Gebieten
Rußlands aus. Die ursprünglich rein ökonomischen Forderungen
nahmen rasch auch politische Färbung an. Über Petrograd wird am
27. Februar der Belagerungszustand verhängt. Schon nach wenigen
Tagen ist der Widerstand durch Drohungen und materielle Zugeständnisse
gebrochen.
Inzwischen war jedoch der Funke auf Kronstadt übergesprungen.
Am 28. Februar erklären sich die Matrosen des Panzerschiffes »Petropawlowsk
« mit den Petrograder Streikenden solidarisch. Die
Mannschaft des Panzerschiffes »Sewastopol« folgt. Am nächsten
Tag, dem 1. März, nehmen 16 000 Menschen auf dem Ankerplatz ,
der Agora Kronstadts, die »Petropawlowsk-Resolution« an. Am 2.
März konstituiert sich ein zunächst fünfköpfiges »Provisorisches
Revolutionskomitee der Matrosen, Rotarmisten und Arbeiter der
Stadt Kronstadt«, zwei Tage später werden zehn weitere Mitglieder
gewählt.
Die Kronstädter fordern »unverzüglich Neuwahlen zu den Sowjets
unter den Bedingungen geheimer Stimmabgabe und freier
vorhergehender Wahlagitation […]durchzuführen. […] Rede- und
Pressefreiheit fürArbeiter und Bauern,Anarchisten und linkssozialistische
Parteien. […] Versammlungsfreiheit, Freiheit der Gewerkschaften
und Bauernvereinigungen.« Desweiteren verlangen sie
»alle politischen Gefangenen, die sozialistischen Parteien angehören,
zu befreien, ebenso wie alle Arbeiter und Bauern, Rotarmisten
und Matrosen, die in Verbindung mit Arbeiter- und Bauern-
bewegungen eingesperrt wurden. […] Jegliche Politischen Abteilungen
«, d.h. kommunistische Überwachungs- und Propagandaorgane
sollen, »da nicht eine einzige Partei Privilegien für die Propagierungen
ihrer Ideen beanspruchen und vom Staat zu diesem
Zweck Geld erhalten darf«, aufgelöst werden. Weitere Forderungen
beziehen sich auf »gleiche Lebensmittelrationen für alleWerktätigen
«, das Recht der Bauern, »über ihr ganzes Land so zu verfügen,
wie sie es wünschen« sowie »freie handwerkliche Produktion
auf der Basis von eigener Hände Arbeit«.
Über die soziale Zusammensetzung der Garnison beimAusbruch
des Aufstandes liegen nur unscharfe Nachrichten vor. Für die Bolschewiki
waren aus dem hochgelobten »Kampforden der Revolution
« unvermittelt schlicht Meuterer geworden, die nichts taugten
und »in keine der Fronten des Bürgerkrieges hineinpaßten […]; unter
ihnen befand sich ein großer Prozentsatz von vollkommen demoralisierten
Elementen, mit prunkenden Trompetenhosen und
sportlichem Haarschnitt. […] Die besten, aufopferungsvollsten Matrosen
waren vollständig von Kronstadt abgezogen worden […].
Übrig blieb die graue Masse mit großen Ansprüchen«, meinte
Trotzki.Aber hat es diesen Traditionsbruch wirklich gegeben? Und
wenn auch viele Seeleute gefallen oder zu anderer Verwendung abkommandiert
waren, so ist das Fehlen blutiger Racheakte zu bedenken.
Wichtig für den unblutigen Zusammenbruch der kommunistischen
Herrschaft in der Stadt war, daß die Parteiorganisationen
der Bolschewiki in der Baltischen Flotte geringen Einfluß besaßen
und teilweise selbst in Opposition zu den übergeordneten Parteiinstanzen
standen. Der Austritt von fast einem Drittel der Parteimitglieder
in den Tagen des Aufstandes findet darin eine Erklärung.
Menschewistische Einflüsse sind kaum nachzuweisen; daß die linken
Sozialrevolutionäre wie auch Anarchisten unter den Kronstädtern
Anhänger hatten, ist unstrittig. Petritschenko, der Vorsitzende
des Provisorischen Revolutionskomitees, mag Anarchist gewesen
sein, aber er selbst hat festgestellt, daß der Aufstand nicht durch
den Willen irgendeiner politischen Organisation ausgelöst wurde,
sondern daß er tatsächlich eine spontane Erhebung war, auf die keine
Partei einen dominierenden Einfluß hatte. Tatsache ist, daß die
Rebellen von Kronstadt jede Unterstützung von außen energisch
zurückwiesen. Und als eine Anzahl konterrevolutionärer Offiziere
in Paris den Kronstädtern in einem Radiogramm ihre Dienste anboten,
antworteten diese ihnen auf demselben Wege: »Bleibt, wo
Ihr seid! Wir haben keine Verwendung für Euresgleichen.«
Angesichts der Vorliebe für Verschwörungstheorien fiel es nicht
schwer, den langen Arm des westlichen Imperialismus hinter dem
Kronstädter Aufstand zu entdecken. Dzierzynski berichtete Lenin,
die Rebellion sei Teil eines Plans, der von französischen Agenten
in Riga dirigiert werde. Diese arbeiteten mit den Sozialrevolutionären
zusammen, »um mit Unterstützung der Matrosen und der
unzufriedenen arbeitenden Massen in Petrograd einen Putsch
durchzuführen; danach will Frankreich seine Flotte in die Ostsee
entsenden«. Lenin vermerkte seine Zustimmung. Die Denunziaton
ersetzte die Argumentation. Die Lüge übernahm die Last des
Beweises. Das Verlangen nach freienWahlen zu den Sowjets bildet den politschen
Kern der Kronstädter Forderungen und zieht sich wie ein
roter Faden seit dem 28. Februar durch alle Proklamationen der
Aufständischen: »Unsere Sowjets dürfen nicht den Willen der Partei
verkörpern, sondern müssen den Willen der Wähler zum Ausdruck
bringen.« – »Alle Macht den Sowjets!« – »Wir sind für die
Macht der Sowjets und nicht der Parteien, für eine frei gewählte
Vertretung der Werktätigen.« Für Lenin kaum »etwas Festgeformtes,
Klares, Bestimmtes«, nur »nebelhafte Losungen«. Und für
Trotzki verbarg sich dahinter der »Wunsch, bevorzugt Nahrungsmittelrationen
zu bekommen«. Die Verleumdung wurde zur Groteske.
Was die Kronstädter wollten, war eine Aktivierung der Sowjets,
ihre Funktionsfähigkeit im Sinne der Rätedemokratie. In der thesenartigen
Entgegensetzung von Sowjets und Parteien brach die
dem Rätegedanken eigene prinzipielle Spannung auf. Die Räteidee
wurde zu dem, was sie ihremWesen nach ist: Revolutionärer Steuermechanismus
und freiheitlicher Verwaltungsgrundsatz abseits
jeglicher Parteiherrschaft. Aus den schriftlichen Kundgebungen
der Kronstädter spricht eine schon fast unirdische Kraft des Wollens.
Die »Dritte Revolution« sollte »die letzten Ketten von den
werktätigen Massen nehmen und zerbrechen und […] einen neuen
breitenWeg zu schöpferischer Tätigkeit im Geiste des Sozialismus
freilegen« und damit »die Konstituante mit ihrer bürgerlichen Ordnung
ebenso hinter sich [lassen] wie die Diktatur der kommunistischen
Partei mit ihrer Tscheka und ihrem Staatskapitalismus«. Ist
das die Sprache von Konterrevolutionären?
»Das ist der Thermidor. Aber wir werden uns nicht guillotinieren
lassen. Wir machen selbst Thermidor!«, soll Lenin gesagt haben.
»Glauben Sie mir, in Rußland sind nur zwei Regierungen möglich:
entweder eine zaristische oder die Sowjetregierung«. Macht versus
Demokratie. Es ging um pure Macht. Hatte Lenin schon am 8.
März, bei Eröffnung des X. Parteitages der Kommunistischen Partei
in seinem Bericht zugegeben, daß die Kronstädter »scheinbar
nur ein klein wenig rechter als die Bolschewiki, ja vielleicht sogar
auch ›linker‹ als die Bolschewiki« seien, so sagte er am 15. März,
über »die Kronstädter Erfahrung« sprechend: »Dort will man die
Weißgardisten nicht, will man unsere Macht nicht – eine andere
Macht gibt es aber nicht […].« Einen Augenblick lang hatte Lenin
in die Sonne der Revolution gesehen – das Feuer blendete ihn. Und
im Namen historisch-materialistischer Selbstgewißheit setzte die
Parteidiktatur Trotzki an die Spitze einer Strafexpedition, die die
gegen diese Diktatur rebellierenden Matrosen, Soldaten und Arbeiter
brutal niederkartätschte. Vor allem mußte der Trotz der Festung
gebrochen werden. Ihre Radiostation durfte nicht mehr funken, im
Chor so vieler Unzufriedener nicht weiter Hoffnungen erwecken.
Die Abrechnung begann. Zehn Tage hielten die Kronstädter dem
Ansturm einer wachsenden Übermacht stand. Wie sehr fühlten sie,
daß es ihre Revolution war. Sie wußten, warum sie die Patronen ins
Gewehr schoben. Zehn Tage dachten sie, die Welt sehe auf sie;
aber am 18. März war alles zu Ende. Kronstadt fiel. Über die Stadt
streckten sich allein 3.000 Leichen; sie lagen da mit ihren Trinkfla-schen … stumm, für immer gekühlte Leidenschaft für ein ganz simples
Ideal, die Freiheit, so lagen sie in den Gossen ihrer Stadt. An
den Überlebenden verrichteten Standgerichte und Straflager ihre
Arbeit. Die Revolution schwamm im Brustschweiß der Henker.
Kronstadt wurde nicht zum Fanal für die »Dritte Revolution«.
Das Echo auf die Ereignisse blieb verhältnismäßig schwach. Das
»erschöpfte Land«, schrieb Victor Serge, hatte »nicht mehr die moralischen
Ressourcen und nicht mehr die materiellen Ressourcen,
weder die Menschen noch die Ideen für eine neue, sozialistische
Revolution […] Das aufständische Kronstadt war nicht konterrevolutionär,
doch sein Sieg hätte – unausbleiblich – die Konterrevolution
herbeigeführt. […] Das dachten wir, Kommunisten von der Basis
[…]« Dagegen meinte Paul Levi, »die Art, wie der Kronstädter
Aufstand niedergeworfen wurde, sei eigentlich schon der Beginn
der Konterrevolution gewesen«.
Haben die Zeitgenossen, hat Lenin geahnt, daß die Niederwerfung
Kronstadts die Voraussetzungen für den Aufbau einer totalitären
Gesellschaft schuf? Hier haben wir wieder die Frage nach
den Alternativen. Auffallend ist, daß es vor allem Anarchisten gewesen
sind, die frühzeitig die Niederringung Kronstadts als Zeugnis
eines »tartarischen Despotismus der kommunistischen Diktatur
«, einer »durch nichts gemilderte[n] Tyrannei und Reaktion«
(Alexander Berkman) gewertet haben. Der deutsche Anarcho-Syndikalist
Rudolf Rocker verfaßte 1921 die Broschüre »Der Bankerott
des russischen Staatskommunismus«, in der es heißt: »Unter
der ›Diktatur des Proletariats‹ verwandelte sich Rußland in einen
Riesenkerker, in dem jede Spur von Freiheit systematisch ausgetilgt
wurde, ohne daß man dadurch dem ursprünglichen Ziele der
Revolution nähergekommen wäre.« Rocker weist ausdrücklich
darauf hin, daß man »schon nicht mehr« von »der Diktatur einer
Partei« reden könne, sondern »höchstens von der Diktatur einer
Handvoll Männer, auf welche auch die Partei keinerlei Einfluß
mehr« habe. Und: »Der Parvenü der Macht ist in der Regel noch
abstoßender und gefährlicher als der Parvenü des Besitzes«.
Kronstadt war im Recht. Seine Bedeutung kann kaum überschätzt
werden. Die Insurgenten versuchten, der Agonie der Revolution
und ihrer Selbstzerstörung Einhalt zu gebieten, sie vor ihrer
Verstaatlichung zu retten. Kronstadt richtete sich gegen den Versuch,
die Perspektive einer Revolution zu ändern. Seine Niederschlagung
vernichtete diese echte Chance, löschte den Impuls der
Oktoberrevolution. Stalin brauchte diesem Weg nur zu folgen. Die
Morgenröte wich dunstigem Alltag. Die Revolution verdämmerte,
versank gar im GULAG. Nach all dem ist es eigentlich nicht überraschend,
daß die Opfer im Laufe der Zeit vergessen wurden, begraben
unter viel theoretischem Schutt, historischen Legenden, Tabus
und Fälschungen. Kronstadts Tragödie wiederholte sich: 1937
in Barcelona, 1953 in Berlin, 1956 in Ungarn, 1968 in der Tschechoslowakei.
Eine latente Kronstadt-Atmosphäre herrschte in Polen.
Äußerungen und Haltungen von Dissidenten und Oppositionellen
atmeten den Geist von Kronstadt. Nein, keine Rehabilitierung,
nur Gerechtigkeit – und Einspruch gegen den Gedächtnisverlust.
Kronstadt ist mehr als eine historische Reminiszens.

LITERATUR:
Johannes Agnoli, Cajo Brendel, Ida Mett: Die revolutionären
Aktionen der russischen Arbeiter und
Bauern. Die Kommune von
Kronstadt, Berlin 1981.

Arbeiterdemokratie oder Parteidiktatur, hrsg. von Frits
Kool und Erwin Oberländer, eingeleitet von Oskar Anweiler,
2 Bde., (München 1972). (Dokumente der Weltrevolution,2.)
Paul Avrich: Kronstadt 1921, Princeton, N.J. 1970.

Alexander Berkman: Die Kronstadt Rebellion, Berlin
1923.
Anton Ciliga: The Kronstadt Revolt, in: The Raven, Nr. 8
(1989), S. 330-337.

Dossier I: Kronstadt 1921 oder die Dritte Revolution,
in: Kursbuch 9 (Juni 1967):Vermutungen über die Revolution. Kontroversen über den Protest.

Emma Goldman: My Disillusionment in Russia, Garden City – New York 1923.

Kronstadt. Texte von W. I. Lenin, L. Trotzki und V. Serge, (Frankfurt am Main 1981).

Der Kronstädter Aufstand. »Alle Macht den Sowjets – keine Macht der Partei«. Zu den Hintergründen des Kronstädter Matrosenaufstandes im März 1921 und
seiner Niederschlagung durch die Regierung der Sowjetunion, Moers 1991. (Materialien der FAU-IAA,1.)
W. I. Lenin: X. Parteitag der KPR(B). 8.-16. März 1921,
in:W. I. Lenin:Werke, Bd. 32, Berlin 1961, S. 163-277.

Erich Mühsam: Kronstadt. Auszüge aus meinem Festungstagebuch, in: Erich
Mühsam, Scheinwerfer oder Färbt ein weißes Blütenblatt
sich schwarz. Politische Essays, Gedichte, Briefe,
Flugblätter, hrsg. von Fidus, Berlin 1978, S. 101.

Rudolf Rocker: Der Bankerott des russischen Staatskommunismus, Berlin 1921.
Alfred Rosmer: Moskau zu Lenins Zeiten, (Frankfurt am Main 1989).

Victor Serge: Beruf: Revolutionär. Erinnerungen 1901-1917-
1941, (Frankfurt am Main 1967).

I[saak] Steinberg: Gewalt und Terror in der Revolution. (Oktoberrevo- lution
oder Bolschewismus), Berlin 1931.

Leo Trotzki: Geschichte der russischen Revolution,
(Frankfurt am Main 1983).

Voline [V. M. Eichenbaum]: Die unvollendete Revolution, 3 Bde., Hamburg
1975.




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: