Archiv für Mai 2011

Nazi Simka

Folgende Informationen haben wir in einem Archiv entdeckt und möchten diese aus dokumentarischen Gründen hier veröffentlichen:

Vorsicht: Nazi-Musiker in Velbert

An die BürgerInnen von Velbert und Umgebung,

Wir möchten Sie informieren, daß der Nazi-Musiker Steve Bramekamp von Wuppertal in die Noldestr. 4 nach Velbert gezogen ist. Bramekamp wurde erst im Mai diesen Jahres zu einer mehrjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Trotz seiner Verurteilung produziert er weiterhin einschlägige Naziplatten. Außerdem existiert seit zwei Jahren in Velbert eine Nazi-Musikgruppe namens „Notwehr“. „Notwehr“ besteht aus 4 Personen: Dem Schreiner Sebastian Simka, dem Bundeswehrsoldaten Roman Kowolik, dem Lehrling Patrick Partel und Stefan Strasda. Ihr Proberaum befindet sich im elterlichen Keller der Familie Partel im Domagkweg 9 in Velbert. Sie produzierten bisher 3 CDs bei dem schon einschlägig bekannten Nazi-Musik-Verlag Dieter Koch in Sprockhövel.

„Notwehr“ positioniert sich eindeutig in der Nazi-Szene, sie steuerte z.b. einen speziellen Song zu Rudolf Hess bei und ist auf enschlägigen Musik-Samplern mit anderen Nazi-Musik-Bands vertreten. In der Nazi-Musikpostille „Rock Nord“ grüßen sie „alle Kameraden, die gegen den Zeitgeist unermüdlich, für einen nationalen und sozialistischen Staat kämpfen und unsere Ahnen in Ehren halten.“ Ihre CDs werden in allen relevanten Fachzeitungen und Fanzines der Nazi-Musik-Szene wegen der „textlichen Qualität“ gewürdigt. Zumindest Sebastian Simka war auch Teilnehmer des geheimen, von Steve Bramekamp organisierten Konzertes im September 1996 in Solingen. Dort gröhlten 50 Neonazis „Sieg Heil“ und tanzten zu Songs, in denen wie das Landgericht Wuppertal in einem großen Verfahren gegen die Wuppertaler Nazi-Szene feststellte „die Fratze des Nationalsozialismus wiederkehrte“. In den Songs der Nazis wird offen zur Ausländerhatz, zur Schändung von türkischen Frauen und Tötung von türkischen Kindern aufgefordert. Simka, Bramekamp und Co. Leugnen in ihren Liedern den Holocaust. Sie gröhlen Texte wie „Lass die Messer flutschen in den Judenleib“ oder „Wir kämpfen für unser deutsches Vaterland. Wir in Solingen, wir in Mölln, wir in Rostock.“ Untermalt von Gitarren und Schlagzeug werden Punks die Schädel eingeschlagen.

Nazi-Rockmusik hat bei der Reorganisierung nationalsozialistischer und rechtsradikaler Organisationen einen immer größeren Stellenwert. Nazi-Musikplattenläden, Musikversände und Auftritte von Nazi-Rockgruppen sind nicht nur ein wichtiges finanzielles Standbein der gesamten Nazi-Szene, sondern sie sind auch zunehmend gefährliche soziale Bezugspunkte für rechtsorientierte Jugendliche.

Wir bekämpfen die Nazimusik nicht nur, weil sie die Ausdrucksform der Nazisubkultur und der organisierten Neonazis ist. Auch die Inhalte der Musik, die Texte, die Cover, die Interviews und die Konzerte sind ekelhaft, frauenverachtend, antisemitisch und rassistisch. Sie sind durch und durch menschenverachtenden. Deswegen kämpfen wir gegen die Nazimusiker, ihre Plattenlabels und Produzenten und gegen die Firmen, die die Nazimusik gewinnbringend vermarkten. Aus diesem Grund haben wir seit Anfang 1998 eine Kampagne gegen die regionalen Drahtzieher der Nazi-Musikszene begonnen. Mit einer Demonstration gegen den Dieter Koch-Versand in Sprockhövel, mit Veranstaltungen zur Bedeutung von Nazi-Rock für die Nazi-Bewegung in Jugendzentren und einer kritischen Prozessbegleitung eines großen Nazi-Musikprozesses vor dem Landgericht Wuppertal sind wir in die Öffentlichkeit getreten. Mit unseren Aktivitäten und Dank der engagierten Berichterstattung der Sprockhöveler und Wuppertaler Medien und vorallem durch die ausführliche Berichterstattung des WDR Fernsehens konnten wir den Dieter Koch Verlag in Sprockhövel und die Nazi-Musikszene aus ihrer Anonymität reißen. Als nächsten Schritt nach der Thematisierung der Vertriebsstrukturen der Nazi-Musik wollen wir uns den Nazi-Musikern selbst widmen.

Wir können nicht in die Köpfe der Faschisten schauen. Wir können aber dafür sorgen, dass die Velberter Nazi-Fratzen nicht mehr öffentlich agieren können. Sorgen wir dafür, dass die Faschisten um „Notwehr“ nicht mehr öffentlich in Erscheinung treten können. Zwingen wir sie zur Aufgabe.

Wir rufen die Angehörigen der Nazimusiker, die Arbeitgeber: die Bundeswehr in Renneroth, den Schreiner- und Gaswasser Heizungsbetrieb, die NachbarInnen und die nicht rechtsradikal organisierten FreundInnen auf. Wirkt auf die Nazi-Musiker ein!
Der 9. November, der 60. Jahrestag der Reichspogromnacht, könnte eine angemessene Frist für die Mitglieder der Band „Notwehr“ sein, öffentlich ihre Auflösung zu erklären und Taten folgen zu lassen:

1. Beendigung jeglicher Geschäfts- und persönlicher Beziehungen zu den Nazi-Versänden Dieter Koch, Sprockhövel, M. Ingignioli, Ohrwurmversand, Sprockhövel und Thorsten Lemmer, Langenfeld.

2. Die Bestände der CDs, über die die „Musiker“ verfügen, werden vernichtet oder den örtlichen Gewerkschaften übergeben.

3. Komplette Herausgabe der Musikinstrumente und Verstärkeranlagen aller Musiker. Unentgeltliche Übergabe zu Gunsten der gewerkschaftlichen und kirchlichen Jugendarbeit in Velbert.

AntifaschistInnen aus dem Bergischen Land




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: