Die Facebook-Trottel von der CDU

ist das kein Vorbild für Wuppertal

Provinz zittert vor Party-Chaos
Die Facebook-Trottel von der CDU
Von Christoph Heinemann MOPO
Bei Facebook haben sich Tausende zur CDU-Feier angemeldet.

Sie wollten nur ein Scheunenfest feiern – nun zittert die CDU in Hasloh vor dem Facebook-Mob. Schon mehr als 3000 Nutzer haben sich für das Sommerfest am 20. August angemeldet. Im Netz überziehen sie die Partei mit Häme. Und bei den Konservativen macht sich Angst breit.

„Diese Welle ist kein Spaß mehr“, sagt der CDU-Ortsvize Michael Witt. Er muss das Facebook-Desaster allein bewältigen, die Vorsitzende Dagmar Steiner ist noch im Urlaub und weiß von nichts. „Ich denke aber, es ist klar geworden, dass Facebook für uns vielleicht doch nicht das Richtige ist.“
Die CDU-Ortschefin Dagmar Steiner erstellte die Einladung.
Die CDU-Ortschefin Dagmar Steiner erstellte die Einladung.
Foto: cdu hassloh

Am Dienstag blies der CDU-Mann die Scheunen-Gaudi offiziell ab. Kein Sommerfest, kein Freibier. Auch in Zukunft seien nur Hasloher und Freunde bei den CDU-Feiern erlaubt. Obendrein gab’s noch eine Warnung: „Die Aufforderung von Fremden, diese Feier zu besuchen, ist Aufforderung zum Hausfriedensbruch“, schrieb er an die „Internet-Spaßvögel“ bei Facebook.

Die Reaktion: Neue spöttische Kommentare. „Wir kommen trotzdem und machen Party!“, schrieb einer. Andere verbreiten weiter Spaßmeldungen: Angeblich sollen „Die Atzen“ live in der Scheune zum „Disco Pogo“ bitten, auch die Hells Angels würden vorbeischauen.
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Michael Witt (CDU) blies die Scheunen-Party am Dienstag ab.
Michael Witt (CDU) blies die Scheunen-Party am Dienstag ab.
Foto: hfr

Michael Witt ist ratlos. Ob die CDU selbst etwas falsch gemacht hat? Er überlegt. „Man muss sehen, wer hier Täter und wer Opfer ist.“ Sicher, mit der Forderung nach einem Verbot von Facebook-Partys habe sich die CDU zur Zielscheibe gemacht. „Es muss aber möglich sein, für eine nette Veranstaltung bei Facebook zu werben, ohne dass es gleich ausufert.“

Kurzzeitig habe er überlegt, eine größere Scheune zu mieten, um den Ansturm zu bewältigen. „Aber diese Masse will sich niemand antun.“

Vorerst will er den Eintrag bei Facebook nicht löschen. „Wenn die Vorsitzende sich meldet, sehen wir weiter. Ich kann nur an die Nutzer appellieren, dass sie es bei Späßen belassen.“

UPDATE: Inzwischen ist die Eventseite bei Facebook verschwunden. Sie wurde scheinbar gelöscht. Über das Sommerfest wird weiter auf der Facebook-Seite der CDU-Hasloh diskutiert.

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