Zurück auf die Strasse – Kein Platz für Nazis in Wuppertal-Vohwinkel!

30. September 17:30 Uhr Schwebebahn-Endhaltestelle Vohwinkel!

Der brutale Naziangriff auf linke Flohmarktbesucher*innen vom vergangenen Wochenende bleibt nicht unbeantwortet. Nach dem versuchten Totschlag an einer jungen Frau und den zum Teil schweren Körperverletzungen verursacht durch bekannte Nazischläger auf dem Vohwinkler Flohmarkt am vergangenen Wochenende, werden und können wir nicht einfach zur Tagesordnung zurückkehren.
Neben anderen „Aktivitäten“ werden wir am Freitag den 30. September 2011 zusammen mit den Verletzten des Naziüberfalls an den Tatort zurückkehren.

Treffpunkt ist 17:30 an der Schwebebahn-Endhaltestelle Vohwinkel!
Kommt alle, bringt eure Crews und Familien mit!

Wir werden uns ganz praktisch die Straße zurückerobern und gemeinsam mit der gebotenen Vorsicht und Entschlossenheit erneut die Nazipropaganda im Stadtteil entfernen und die Vohwinkler Bevölkerung ein erneutes Mal über die Nazistrukturen in ihrem Stadtteil informieren.
Herumirrende Nazis werden wir entschlossen in ihre Schranken weisen.
Hauptziel unserer antifaschistischen Arbeit muss sein, dass auch die Vohwinkler*innen ihre Ängste überwinden, das Naziproblem in ihrem Stadtteil endlich ernst nehmen und mit Eigeninitiative angehen und bewältigen. Es gibt zum Glück zarte Ansätze einer antifaschistischen Zivilgesellschaft in Vohwinkel, die gestärkt und unterstützt werden muss.
Des Weiteren wehren wir uns entschieden gegen die andauernde Verharmlosung der Nazigewalt und der Nazistrukturen in Wuppertal.
Liebe Wuppertaler Presse: Es reicht nicht, die Pressemitteilungen der Polizei für bare Münze zu nehmen und sie einfach abzuschreiben. In Vohwinkel haben weder „Straßenkämpfe“ noch eine Schlägerei zwischen Extremisten stattgefunden“ (beides WZ).
Es handelt sich eindeutig um einen, dem Ablauf nach, geplanten und bewaffneten Überfall durch organisierte Nazis auf alternativ-aussehende Menschen!

Zudem: wer mit Knüppeln auf ungeschützte Köpfe eindrischt, wie es am Wochenende während des Überfalls durch die Nazis geschehen ist, kann niemals ausschließen, dass das Opfer stirbt.

Wir haben es in Wuppertal mit einer Mischung aus Straßennazis und Nazikadern zu tun, die in den letzten 2 Jahren bei allen relevanten Naziaktionen und -aufmärschen im gesamten Bundesgebiet beteiligt waren. Sie sind fest in das Nazinetzwerk „AG Rheinland“ eingebunden, um das sich ein ganzer Mikrokosmos von „sozialem“ Leben und Nazipolitik gebildet hat – vom nationalen Fußballturnier, der Nazi-Hardcore-Party, dem wöchentlichen Demoerlebnis bis zur geplanten Gewalttat. Wir haben es, das zeigt die Zusammensetzung der Angreifer von Vohwinkel, mit einer gefährlichen regionalen Nazistruktur zu tun, die inzwischen regelmäßig Linke und Migrant*innen offensiv angreift. Ein Teil der Jungnazis (Kevin Koch, Fabian Mayer) wird von den Führungsfiguren der bundesweiten Naziszene zu Kadern ausgebildet. Sie übernehmen z.B. die bundesweite Medienarbeit der Nationalsozialisten und fungieren zunehmend als Redner oder Ordner*innen.

Es muss endlich Schluss sein mit der Verharmlosung der Nazistrukturen. Wenn der Wuppertaler „Staatschutz“ immer noch keine Führungsstrukturen bei den Nazis erkennt, wie die WZ in ihrer unsäglichen Berichterstattung schrieb, wird es Zeit für den vorzeitigen Ruhestand. Unverschämt wird es, wenn Staatsschützer Manke sogar die antifaschistischen Aktivitäten in Vohwinkel für die Stärke der Nazis verantwortlich macht.
Den Vogel schießt aber der Polizeichef von Vohwinkel, Markus Preuss ab. Der Freizeitpolitiker Preuss, der für eine Splittergruppe im Solinger Stadtrat sitzt, verstieg sich unlängst zu der Behauptung, Vohwinkel habe ein „Extremismusproblem von links und rechts“ und schickt seine Untergebenen in die Vohwinkler Schulen, um vor Antifaschist*innen zu warnen. Gleichzeitig lässt er die Nazis gewähren.
Seit seiner Amtseinführung 2009 kann sich die Naziszene in Wuppertal-Vohwinkel ungehindert ausbreiten. Offene Nazitreffs, wie z.B. auf dem Vohwinkler Akzenta Parkplatz, werden geduldet. Nazis wie Kevin Koch können ungestraft mit Hakenkreuzfahnen winken. Die Straßennazis um Rene Heuke, Tim Schulze-Oben und Maik Dasberg sorgen für die körperlichen Angriffe mit Messern, Knüppeln und abgebrochenen Flaschen.

Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis:

Laut WZ hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungsverfahren wegen des Naziüberfalls auf das Cinemaxx Anfang Dezember 2010 – ermittelt wurde u.a. wegen Landfriedensbruchs – eingestellt: „weil die Angreifer damals vermummt waren, sei es nicht möglich zu klären, wer was getan hat“. Mit der Einstellung des Verfahrens haben sich unsere schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet.
Nicht nur das Wuppertaler Medienprojekt ist entsetzt und prüft rechtliche Schritte.
Bis zum heutigen Tag, so unsere heutigen Nachfragen beim Medienprojekt und anderen Zeug*innen, hat die Polizei auf ordentliche Zeug*innenvernehmungen verzichtet, obwohl ein Nazi, der unvermummt Pfeffergas gegen die Kino-Besucher*innen eingesetzt hatte, vom Sicherheitsdienst überwältigt werden konnte und der Polizei übergeben wurde. Es wurden weder Fotos zur Wiedererkennung der Täter den Zeugen vorgelegt, noch ernsthaft der Tathergang rekonstruiert. Ernsthafte Strafverfolgung sieht sicherlich anders aus. Die Frage ist natürlich, warum die Wuppertaler Polizei so offensichtlich dilettantisch (nicht) ermittelt? Die Frage, ob sie wieder V-Leute im Einsatz hatten, muss vor dem Hintergrund des Brandanschlags von Solingen 1993 – wo dies im direkten Umfeld der Täter der Fall war – erlaubt sein.
Möglicherweise müssen die Betroffenen zu einem Klageerzwingungsverfahren greifen, um den Wuppertaler Staatsschutz und die Staatsanwaltschaft zur Wiederaufnahme der Ermittlungen zu zwingen. Auch im Landesparlament sollten wir, bzw. die Wuppertaler Abgeordneten, diese merkwürdige Strafvereitelung im Amt offensiv hinterfragen!

Es bleibt dabei: Antifaschismus ist Handarbeit!
Organisieren wir die antifaschistische Selbsthilfe!

Wir grüßen alle Antifaschist*innen und Genoss*innen, die am Freitag in Unna und am Samstag in Hamm gegen die Nazis auf die Straße gehen!

P.S. Die Verletzten des Naziüberfalls vom vergangenen Wochenende haben Montagmittag Strafanzeige gegen erkannte und unerkannte Täter gestellt.

Antifaschist*innen aus Wuppertal und dem Umland am 27.9.2011

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2 Antworten auf „Zurück auf die Strasse – Kein Platz für Nazis in Wuppertal-Vohwinkel!“


  1. 1 Administrator 28. September 2011 um 10:15 Uhr

    Antifaschistischer Picobello-Tag in Wuppertal
    Verfasst von: Petra Jung. Verfasst am: 28.09.2011 – 01:28. (unmoderiert)

    Am vergangenen Freitag, den 24.9.2011 rief das Wuppertaler Bündnis „Kein Platz für Nazis“ zu einem antifaschistischen Picobello-Tag im Stadtteil Vohwinkel auf. Am Wochenende fand dort der Vohwinkel-Tag, sowie der Vohwinkler Flohmarkt statt. Dort griffen bewaffnete Nazis linke Flohmarktbesucher_innen brutal an. Im Aufruf der unten dokumentiert ist, wird dazu aufgerufen sich am Freitag, den 30. September um 17:30 Uhr erneut an der Schwebebahn-Endhaltestelle Vohwinkel einzufinden.

    Ab 17:00 Uhr bewegten sich zwischen 30 und 50 Menschen, zum Teil als Putzkolonne verkleidet, durch Vohwinkel. Es wurden Orte besucht an denen sich die NS-Szene häufig trifft, wo Nazi-Aufkleber und -schmierereien entfernt wurden. Außerdem wurden in Geschäften und auf der Straße Flugblätter der Kampagne „Kein Bier für Nazis! Kein Platz für Nazis“ verteilt.

    Bei der Kampagne geht es darum, den Nazis die Räume zunehmen. So werden Gastwirte und andere Gewerbetreibende dazu aufgefordert, den Nazis den Zutritt zu ihren Lokalitäten zu verweigern. Mehr zu der Kampagne gibt es unter: http://www.kein-bier-fuer-nazis.tk

    Zudem konnten die Vohwinkler_innen eine herrliche Performance der Wuppertaler-Version von Annemie Hülchrath genießen.

    Die Bereitschaftspolizei war zahlreich vertreten und kontrollierte bereits am Bahnhof ein gutes Dutzend Picobello-Aktivist_innen. Begründung war die Befürchtung von „Auseinandersetzungen zwischen Linken und Rechten“. Vereinzelte Nazi-Gruppen (u.a. Sascha Pohlmann, Norman Mayer) waren von Bullen geschützt in Vohwinkel unterwegs und wurden mit antifaschistischen Parolen begrüßt, bis die Bullen sie weg schickten.

    Der Picobello-Tag war insgesamt recht erfolgreich und nett. Den Leuten gefiel die lustige und charmante Art des Auftretens der Antifaschist*innen. Auch kann gehofft werden, dass über den Vorschlag der Kampagne zumindest angeregt diskutiert wird.

    Gegen Ende des Picobello-Tages sperrten die Bullen die Kaiserstraße – eine zentrale Einkaufsstraße in Vohwinkel –, so dass die Leute die Flyer verteilten nicht mehr weiter kamen. Grund war das sich in der Wohnung von Rene Heuke, in der Kaiserstr. 30 zahlreiche Nazis (u.a. Marie Leder, Tim Schulze-Oben, Kevin Koch, Yvonne Faust, Mike Dasberg, Felix Erdmann) versammelt hatten und aus den Fenstern filmten und zwei „AG Rheinland“-Transparente hängten.

    Der Picobello-Tag wurde noch ein Weilchen fortgesetzt bis alle gegen 18:45 wieder ihrer Wege gingen. Darauf schienen die Bullen und die Nazis nur gewartet zu haben, denn gegen 19:00 Uhr wurde eine Spontandemo durch die Nazis angemeldet. 20-30 Faschisten marschierten geschützt durch eine Hundertschaft die Kaiserstraße rauf und runter. Dabei grölten sie widerliche Parolen. Unter den Nazis waren bereits einige Auswärtige, die einen Tag später dann zum Teil auch an den Angriffen beteiligt waren. [Dokumentation: Versuchter Totschlag auf dem Vohwinkler Flohmarkt]

    Der antifaschistische Picobello-Tag war ein Schritt in die richtige Richtung sich mit ganz unterschiedlichen Leuten den Stadtteil Stück für Stück zurück zu holen. Wie sehr das notwendig ist, zeigen die Aktionen der Nazis von Samstag auf Sonntag.

    Es ist jetzt wichtig, wieder mit vielen unterschiedlichen Menschen auf der Straße in Vohwinkel präsent zu sein!

  2. 2 Administrator 08. Oktober 2011 um 14:43 Uhr

    http://www.solinger-tageblatt.de/Home/Solingen/Vohwinkel-Polizist-unter-Polit-Druck-88a4e972-4005-45ab-8e9b-7fc9efab2512-ds

    Vohwinkel: Polizist unter Polit-Druck Solinger Tageblatt

    Polizist Markus Preuß fühlt sich im „Offenen Brief“ falsch wiedergegeben. Dieser war überschrieben mit dem Titel: „Auf dem rechten Auge blind?“
    STREIT Grüne behaupten, als Wachleiter in Vohwinkel habe Markus Preuß (BfS) Probleme mit Neonazis verharmlost.

    BfS-Politiker Markus Preuß hat als Leiter der Polizeiwache Vohwinkel unfreiwillig eine Debatte über die Objektivität der Polizei losgetreten. Hintergrund sind die anhaltenden Auseinandersetzungen von Rechts- und Linksradikalen im Wuppertaler Westen.

    VOHWINKEL

    SZENE In Vohwinkel hat sich eine der auffälligsten Neonazi-Szenen in NRW etabliert. In dem an Solingen grenzenden Stadtteil leben an die 40 Rechtsextreme – teilweise in Wohngemein-schaften.

    Aktuell laufen 15 Straf-verfahren gegen Neonazis wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung – begangen bei Auseinandersetzungen mit Personen des in Wuppertal etwa gleich starken linken Spektrums.

    Der Vorwurf: Bei einem zufälligen Treffen mit Mitgliedern des Wuppertaler Kreisvorstandes der Grünen, die gerade rechte Propaganda-Aufkleber aus dem Straßenbild entfernten, soll Preuß – in Uniform – gesagt haben, in Vohwinkel gäbe es kein Problem mit den Rechtsextremen, aber ein erhebliches mit Linksextremen.

    Für die vier Politiker war die Aussage Anlass genug, einen offenen Brief an Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher zu schreiben, der in Wuppertal hohe Wellen schlägt. Überschrift: „Auf dem rechten Auge blind?“

    Die Chefin der auch für Solingen zuständigen Kreispolizeibehörde hat darauf reagiert und in dieser Woche sowohl gegenüber den Wuppertaler Grünen als auch gegenüber Medienvertretern den Standpunkt der Polizei und ihr Vorgehen – offen und verdeckt – in Vohwinkel dargelegt. Kernsatz: „Wir dulden keine Gewalt extremistischer Lager und gehen konsequent mit allen rechtlichen Mitteln gegen Straftäter rechter und linker Gruppierungen vor.“

    Wie die Polizeipräsidentin auf ST-Nachfrage erklärte, fühlt sich Markus Preuß in dem Offenen Brief falsch wiedergegeben. Radermacher: „Mir gegenüber hat er gesagt, er habe auf die Probleme mit beiden Seiten, rechts wie links, hingewiesen.“

    Die frühere Kölner Kommunalpolitikerin (CDU) hat ein „sehr persönliches Gespräch“ mit dem Hauptkommissar geführt. Danach ist sie fest überzeugt, dass er den unabhängigen Standpunkt der Polizei verinnerlicht hat.

    Nichtsdestotrotz ist es für die Polizeipräsidentin indiskutabel, dass eine ihrer Führungskräfte den bloßen Eindruck erweckt, sie könne einseitig agieren. Markus Preuß ist zwar als Wachleiter nicht suspendiert. Konsequenzen in Folge der Diskussion schließt Radermacher aber nicht aus. ff

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