12.09. - Festival gegen den neuen Jugendknast in Wuppertal http://huschhusch.blogsport.de Spaziergang auf Scharpenacken, Infoveranstaltung & Festival Tue, 06 Nov 2012 10:53:46 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en [W] 9. November 2012 – Erinnern heißt handeln! http://huschhusch.blogsport.de/2012/11/06/w-9-november-2012-erinnern-heisst-handeln/ http://huschhusch.blogsport.de/2012/11/06/w-9-november-2012-erinnern-heisst-handeln/#comments Tue, 06 Nov 2012 10:53:46 +0000 Administrator Allgemein http://huschhusch.blogsport.de/2012/11/06/w-9-november-2012-erinnern-heisst-handeln/ Veranstaltungen in Wuppertal und Mettmann

11.00 Uhr Jüdischer Friedhof am Weinberg, Wuppertal-Elberfeld:
Gedenken an die Pogromnacht 1938

16:30 Uhr vor der Schwebebahnstation Loher Brücke:
Antifaschistischer Gedenkrundgang in Erinnerung an die Wuppertaler Pogromnacht vor 74 Jahren und an Karl-Hans Rohn.
Stationen sind u.a. der Tatort des Mordes,die neue Synagoge und die Gedenktafel an der zerstörten Synagoge am Scheuren.

19:00 Uhr Mettmann Zentrum
Überregionale Demonstration zum 74. Jahrestag der Reichspogromnacht unter dem Motto „Die Erinnerung zur Mahnung“

Nichts und niemand ist vergessen! Vor 20 Jahren-Nazis ermorden Karl-Hans Rohn.

Wir wollen anlässlich unseres Gedenkrundganges am 9.November 2012 auch an Karl-Hans Rohn vor der ehemaligen Gaststätte am Hohenstein erinnern. Weitere Stationen sind die neue Synagoge und die Gedenktafel für die zerstörte Barmer Synagoge am Scheuren.
Anschließend fahren wir gemeinsam zur überregionalen 9.November-Demo nach Mettmann“

Nahezu flächendeckend wird das wiedervereinigte Deutschland nach 1990 von Pogromen und nationalen Gewaltexzessen erschüttert; jede*r der/die nicht in das Weltbild der Neo-Nazis passt gerät ins Visier und wird um Leib und Leben bedroht. Hoyerswerda, Mölln und Solingen sind die Symbole für diese Jahre des ungezügelten Naziterrors. Über 180 Menschen wurden nach der Wiedervereinigung von Nazis in Deutschland ermordet. Karl-Hans Rohn war einer von ihnen. Er ist in Wuppertal fast vergessen – es gibt kein Erinnerungszeichen, nichts erinnert an das erste Wuppertaler Naziopfer seit dem 2. Weltkrieg.

Was genau sich in der Nacht vom 12. auf den 13.11.1992 in der kleinen Kneipe „Laternchen“ zugetragen hat, ist nicht in Gänze geklärt. Aussagen zum Tathergang gibt es nur von den faschistischen Tätern. So betrat Karl-Hans Rohn (53) am Abend des 12.11.1992 die schlecht besuchte Kneipe am Hohenstein in Wuppertal Unterbarmen / Loh und nahm am Tresen Platz, wo auch seine späteren Mörder saßen. Andreas Wember (26) und Michael Senf (19), beide in der Nationalistischen Front (NF) organisiert, treten als Skinheads martialisch auf und machen auch keinen Hehl aus ihrem Menschenbild, in ihrer Umgebung fühlen sie sich sicher und erfahren viel Anerkennung und wenig Gegenwind. Die drei Männer trinken gemeinsam große Mengen an Alkohol, die Stimmung scheint ausgelassen in der nun leeren Kneipe. Neben den Männern am Tresen ist nur der Wirt, Marian Glensk (32), anwesend. Die Aussagen zu den folgenden Stunden sind z.T. recht widersprüchlich. Unumstritten ist,
dass Rohn mehrfach mit antisemitischen Beleidigungen und „Späßen“ traktiert wurde, da angenommen wurde er sei Jude. Laut Staatsanwaltschaft habe der Wirt die beiden jüngeren Männer immer wieder angestachelt und ermutigt Rohn auch körperlich zu attackieren. Durch sich gegenseitiges aufputschen, gebündelt mit Gewaltfantasien und von einem gnadenlosen Welt und Menschenbild geleitet, stürzt sich der bullige Wember auf Rohn und schlägt ihn vom Barhocker. Der nun am Boden liegende Rohn wird nach diesem ersten Schlag, von zwei Seiten mit Springerstiefeln getreten bis er sich kaum rührt. Unter „…Juden müssen brennen!“ Rufe von Marian G. überschütten sie Rohn mit hochprozentigem Schnaps und zünden ihn an.
Aufgrund der Rauchentwicklung löschen die drei das Feuer bevor Rohn stirbt, jedoch war zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass es für den alleinstehenden Mann keine Rettung mehr geben würde. Die beiden NF`ler schlagen vor, Rohn ins benachbarte Venlo zu schaffen und sich dort dem Sterbenden zu „entledigen“. Marian Glensk lässt sich überreden sein Fahrzeug dafür zu nutzen und das Trio fährt mit Rohn nach Holland, wo sie ihn an einer Autobahn aus dem Wagen werfen, ob Rohn zu diesem Zeitpunkt noch lebt bleibt unklar. Wenn ja wäre dies eher Zufall als ein Teil des tödlichen Plans. Mit welcher Brutalität die Mörder vorgegangen sind lässt sich im Obduktionsbefund erahnen; …dem Opfer wurden nahezu alle Rippen gebrochen und Verbrennungen zweiten Grades zugeführt….“. Der Leichnam wird am nächsten Tag gefunden und über die Reifenspuren sind die Mörder auch recht schnell ermittelt.
Der antisemitische Mord an Karl-Hans Rohn in Wuppertal sorgt weltweit für Schlagzeilen. Nur die Wuppertaler Polizei und Staatsanwaltschaft üben sich in Ignoranz und wollen die internationale Öffentlichkeit beschwichtigen. Für die Wuppertaler Polizei ist die Tat eine „Kneipenschlägerei mit dramatischen Folge.“ Oberstaatsanwalt Rosenbaum wollte die internationale Öffentlichkeit mit der Feststellung beruhigen, dass Karl-Hans Rohn ja kein Jude sei. Er habe eine katholische Mutter und einen evangelischen Vater und sei in der Jüdischen Gemeinde in Wuppertal nicht bekannt.
Erst viele Monate später beim Prozess erkannten die Richter den nazistischen und antisemitischen Hintergrund der Tat an. In der Urteilsbegründung hieß es u.a.: Die Täter seien „so mit rechtsradikalem Gedankengut vollgesaugt, dass sie in einem entscheidenden Moment nach rechtsradikalem Muster handelten.“ Andreas Wember und Michael Senf werden als Haupttäter zu 14 bzw. 8 Jahren (Jugendstrafrecht), und Marian Glensk zu 10 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Die Pogrome vom 9. bis zum 11. November 1938 in Wuppertal

Wie überall im Deutschen Reich wurden zwischen dem 9. und 11. November 1938 auch in Wuppertal neben der Zerstörung der Synagogen und Betsäle, zahlreiche jüdische Geschäfte und Privatwohnungen teilweise am helligten Tag verwüstet und geplündert.
Die Täter brauchten nicht den Schutz der Nacht. Wenn die jüdischen Einrichtungen nicht restlos abbrannten, kamen sie bis zu dreimal an den Tatort wieder. Am 10. November um 4:00 Uhr brannte die Synagoge an der Genügsamkeitsstraße, um 8:00 Uhr wurde die Barmer Synagoge angezündet. Um 18:00 Uhr kamen die Brandstifter wieder in Genügsamkeitsstrasse und legten erneut Feuer. Die Friedhofskapellen am Weinberg und an der Hugostrasse brannten schließlich um 20:00 Uhr. Das Bettengeschäft Sigismund Alsberg in der Berliner Straße wurde dreimal angesteckt. Kissenbezüge und Betten wurden geraubt. Die Herzogstraße und die Königstraße in Elberfeld waren mit Waren und mit zertrümmerten Gegenständen aus jüdischen Geschäften übersät, auch die Textilhandlung Wolf und Heimann wurde geplündert.
In der Grünstraße waren ganze Wohnungseinrichtungen aus dem Haus geworfen worden, in der Elberfelder Wortmannstraße wurde ein Auto in Brand gesetzt.
Die Täter, unter ihnen der SS-Mann und Versteigerer Bruno Koepchen, fuhren mit der Kraftdroschke vor. In der Herzogstraße warfen sie beim Schuhhaus Tack und anderen jüdischen Geschäften mit Flaschen die Schaufensterscheiben ein. Der Fahrer brachte sie nach kurzem Zwischenstopp in der Kreisleitung der NSDAP zur Synagoge in die Elberfelder Genügsamkeitstraße. „Die Herren stiegen aus und begaben sich zur Synagoge. Da sie durch das Hauptportal nicht in die Synagoge hinein konnten, gingen sie von der Seite aus, durch den dort befindlichen Eingang in die Synagoge. Nach einiger Zeit sah ich dann, dass die Synagoge brannte.“
Die Zerstörungen mussten die Juden per „Sühneabgabe“ selber zahlen. Insgesamt 1 Milliarde Reichsmark mussten reichsweit für die „Judenvermögensabgabe“ zum Ausgleich der Schäden aufgebracht werden. Die Finanzämter „gewährten“ Ratenzahlungen, die in fünf Raten eingezogen wurden. Wer jetzt noch auswandern konnte, musste auch den Rest seines Vermögens den deutschen Finanzämtern überlassen. Nach der Pogromnacht wurden 125 jüdische Männer aus Wuppertal in die Konzentrationslager Dachau und Sachsenhausen verschleppt. Die Bilanz des Pogroms, das am 10. November offiziell für beendet erklärt wurde, war erschreckend: Über tausend Synagogen waren abgebrannt, mindestens 8000 jüdische Geschäfte zerstört sowie zahllose Wohnungen verwüstet. Zwischen 90 und 100 Juden waren erschlagen, niedergestochen oder zu Tode geprügelt worden. Hinzu kamen Millionenschäden an zerstörten Geschäftseinrichtungen und Schaufensterscheiben. Das alles
wurde im Volksmund bald mit dem Begriff „Reichskristallnacht“ verharmlost.

Antifaschistische Initiative Wuppertal

Antifacafé Wuppertal

http://antifacafewuppertal.blogsport.eu/

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27.10.2012 Pro-NRW-Demo in Wuppertal http://huschhusch.blogsport.de/2012/10/23/27-10-2012-pro-nrw-demo-in-wuppertal/ http://huschhusch.blogsport.de/2012/10/23/27-10-2012-pro-nrw-demo-in-wuppertal/#comments Tue, 23 Oct 2012 09:53:57 +0000 Administrator Allgemein http://huschhusch.blogsport.de/2012/10/23/27-10-2012-pro-nrw-demo-in-wuppertal/ Auf nach Wuppertal!

Die Naziroute ist jetzt bekannt! Die Gegenaktionen starten wir um 10.00 Uhr von dem Strassenfest auf der Gathe aus. In den nächsten Tagen gibt es im Stadtteil noch vielfältige Mobilisierungsveranstaltungen und am Mittwoch eine zentrale Versammlung und Infoveranstaltung in der Alten Feuerwache. Lasst uns an die entschiedenen Proteste vom 29.1.2010 in Wuppertal anknüpfen… Kommt alle und organisiert! Wir sind am Samstag über Twitter und verschiedene Infopoints im AZ und auf der Strasse erreichbar!

Antifas aus Wuppertal

zur Kenntnis die PM des Wuppertaler Bündnis gegen Nazis:

Pressemitteilung

Das „Wuppertaler Bündnis gegen Nazis“ ruft für den 27.10.2012 alle WuppertalerInnen auf, sich dem Naziaufmarsch von Pro-NRW entgegenzustellen.

Pro NRW ist keine harmlose Bürgerbewegung, sondern eine Ansammlung von Rassistinnen. Diese angebliche „Bürgerbewegung“ in Wuppertal wird von den einschlägig bekannten NPD-Nazis Claudia Gehrhardt und André Hüsgen angeführt.
André Hüsgen war im Jahr 2000 an dem Naziangriff auf die Gedenkfeier am ehemaligen KZ Kemna in Wuppertal-Beyenburg beteiligt, er wurde deswegen später verurteilt. Seine Lebensgefährtin Claudia Gehrhardt hatte noch 2010 im Landtagswahlkampf in einem NPD-Fernsehspot, Werbung für die NPD gemacht. Enge Verbindungen bestehen ebenfalls zur gewalttätigen Naziszene in Radevormwald.

Bärbel Igstaedter, Sprecherin des „Wuppertaler Bündnis gegen Nazis“, ist zuversichtlich, dass sich wieder viele WuppertalerInnen gegen den Naziaufmarsch stellen werden:
„Es ist gute antifaschistische Tradition in Wuppertal, dass wir überall, wo die Nazis marschieren wollen, Gegenaktivitäten organisieren. Die Demoroute der Nazis ist mittlerweile bekannt, sie wird vermutlich vom Eiland über den Hofkamp bis hoch zur Gathe gehen. Es ist daher vom Bündnis geplant, sich bereits ab 10:00 Uhr beim Internationalen Nachbarschaftsfest auf der Gathe zu treffen, um dann gemeinsam mit einer Demonstration den Nazis entgegenzuziehen.“

Für das Nachbarschaftsfest ab 10:00 Uhr haben wir eine Reihe von engagierten MusikerInnen gewinnen können: Es spielen u.a.: Fortschrott, Lilith, lomir tontsen (Klezmer) und die Kölner Hiphop Band Microphone Mafia. (http://www.microphone-mafia.com/). Für Frühstück ist ebenfalls gesorgt. Ab 12:00 Uhr werden vom „Netzwerk Demokratie und Toleranz im direkten Umfeld der Moschee und der Alten Feuerwache weitere Stände und Bühnen aufgebaut.

Weitere Informationen finden Sie bei Facebook:
http://www.facebook.com/wuppertalkeinplatzfuer?fref=ts

Auf dem Twitter-Kanal twitter.com/wpt_nazis_raus werden wir am Samstag alle wichtigen Informationen verbreiten.

http://www.wuppertal-gegen-rechts.de
http://www.wuppertal-gegen-nazis.de
http://antifacafewuppertal.blogsport.eu/

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Aufruf zur Solidarität mit den BusfahrerInnen der WSW! http://huschhusch.blogsport.de/2012/10/08/aufruf-zur-solidaritaet-mit-den-busfahrerinnen-der-wsw/ http://huschhusch.blogsport.de/2012/10/08/aufruf-zur-solidaritaet-mit-den-busfahrerinnen-der-wsw/#comments Mon, 08 Oct 2012 18:02:25 +0000 Administrator Allgemein http://huschhusch.blogsport.de/2012/10/08/aufruf-zur-solidaritaet-mit-den-busfahrerinnen-der-wsw/ Gesundheit, bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne für alle BusfahrerInnen!
Aufruf zur Solidarität mit den BusfahrerInnen der WSW!

Das Aktionsbündnis basta! die Initiative Roter Punkt Wuppertal und so_ko_wpt rufen zur Solidarität mit den Wuppertaler BusfahrerInnen auf.

Seit einiger Zeit fallen in Wuppertal und Umgebung zahlreiche Busfahrten aus. So waren zeitweise 120 der ca. 750 BusfahrerInnen von WSW mobil und der VSG Verkehrsservice GmbH wegen Krankheit nicht zum Dienst gekommen. Die 15 „Springer“, die kurzfristig Linien erkrankter Kollegen übernehmen, reichten nicht aus, um die dadurch entstandenen Engpässe aufzufangen. Offensichtlich sind die Arbeitsbedingungen und die Löhne im öffentlichen Nahverkehr so beschissen, dass viele FahrerInnen krank werden und sich eine Auszeit nehmen müssen.

Mehrere BusfahrerInnen hatten sich anonym bei Radio Wuppertal gemeldet und auf schlechte Tarif- und Arbeitsbedingungen hingewiesen: „Wir sind nicht alle krank, wir protestieren gegen die Stadtwerke!“ Kritisiert werden u.a. zu lange Arbeitszeiten, eine schlechte Informationspolitik und dreckige Toiletten. Außerdem verdienen einige aufgrund verschiedener Tarifverträge 1.000 Euro weniger im Monat als andere, obwohl sie täglich den gleichen Job machen. Angeblich beteiligen sich 120 Busfahrer an dem Protest durch Krankmeldung. Die Stadtwerke sagten gegenüber Radio Wuppertal, dass sie davon nichts wüssten. Bei der Gewerkschaft Verdi heißt es, man habe Gerüchte darüber gehört. Ein paar Tage später, sieht Martin Orthen von der Gewerkschaft Verdi laut WZ keinen Zusammenhang zwischen dem Krankenstand und der Unzufriedenheit von Busfahrern. „Dass sie grundsätzlich unterbezahlt sind, steht außer Frage“, sagt er. Das sei aber ein generelles Problem und betreffe nicht nur Wuppertal.

Solidarität!

Wir begrüßen diese Form des informellen Arbeitskampfes ausdrücklich. Da der Betriebsrat und die zuständige Gewerkschaft Verdi sich offensichtlich nicht (mehr) ausreichend um die Probleme der BusfahrerInnen kümmern, haben diese zu dieser kreativen Form des Arbeitskampfes gegriffen. Mit Erfolg: Zum ersten Mal wird in Wuppertal über die schlechten Arbeitsbedingungen und miesen Löhne breit diskutiert. Wir hoffen, dass der Druck ausreicht und dass sich was zum besseren ändert!

Wir fordern alle Fahrgäste und NutzerInnen von Bussen und Schwebebahnen der WSW auf, diesem Protest mit Verständnis und Solidarität zu begegnen. Denn wenn die Fahrerinnen und Fahrer sich gegen ihre Arbeitsbedingungen wehren, dann tun sie das zu Recht – und sie tun es für uns alle!!!

Beschissene Bedingungen…

Warum das so ist, beschrieb Harry Gohr, der bis vor sechs Jahren selbst Busfahrer bei den WSW war und überdies 21 Jahre dem Betriebsrat dort angehörte, der WAZ: „Seit der ÖPNV in verschiedene Tochterunternehmen liberalisiert wurde, verdienen die Busfahrer mindestens 1.000 Euro weniger als früher. Hinzu kommt, dass sie bis zu 14 Stunden im Dienst sein können, aber nur noch bezahlt werden, wenn sie auch tatsächlich fahren.“ Da passiere es, dass man im Verstärkungsverkehr morgens und mittags eingesetzt werde und dazwischen unbezahlte Wartezeit habe. Auch er kennt aus seiner aktiven Zeit Probleme mit den hohen Krankenständen „Im Busbereich wird immer am Limit gefahren, zehn Prozent Ausfall sind da normal.“ Auch warum heute kaum noch jemand den Beruf des Busfahrers ergreifen will, kann er sich vorstellen: „Die verdienen bei einer 38,5 Stunden-Woche brutto um die 1.800 Euro.“

Ein weiteres großes Problem ist die Eingruppierung der alten BusfahrerInnen der vormaligen Subunternehmer. So werden erfahrene Busfahrer als Neueinsteiger entlohnt und verlieren dadurch viel Geld.

Die vielen und in zahllosen LeserInnenbriefen dokumentierten Bus-Ausfälle und Verspätungen sind zurückzuführen auf eine rücksichtslose Verdichtung von Arbeitszeiten und die Personalpolitik der WSW seit der Teilprivatisierung.Obwohl ein Teil der Daseinsvorsorge, wird der Öffentliche Nahverkehr mehr und mehr ausgedünnt und vor allem kosteneffizient gemacht. Die Buslinien werden ausgedünnt oder komplett eingestellt, und die Fahrer und Fahrerinnen fahren absolut an der Belastungsgrenze, was Pausen- und Ruhezeiten anbelangt. Diese Unternehmenspolitik ist fahrlässig und geht zu Kosten der Sicherheit und der Lebensqualität, sowohl der Fahrer und Fahrerinnen als auch der NutzerInnen des ÖPNV in Wuppertal und Umgebung!!!

Der Widerstand gegen diese Politik ist richtig und notwendig.

Das sehen wir in Wuppertal, aber auch in anderen Städten und Landkreisen. Nicht zuletzt und in besonders brutaler Form findet dasselbe in Südeuropa statt, wo die von der EU-Troika durchgeknüppelte Kürzungspolitik Existenzen vernichtet und Menschen in Armut stürzt.

In Athen traten praktisch zeitgleich zum „wilden“ Streik der WSW-mobil GmbH
-FahrerInnen die Bus- und BahnfahrerInnen gegen die dortigen Fahrpreiserhöhungen um 25 % in den Ausstand. Sie fordern eine Rücknahme der Fahrpreiserhöhungen – und auch einen kostenfreien Nahverkehr für Arme und StudentInnen. Es wäre an der Zeit diese Kämpfe zu verbinden.

Kann Umverteilung Sünde sein?

Auch hier in Wuppertal müssen wir weitere Zusammenhänge begreifen. Wenn man über die schlechten Löhne der BusfahrerInnen spricht, darf man nicht vergessen, welche Lohnerhöhungen sich die klammen Stadtwerke noch 2011 für ihre Führungskräfte genehmigt haben. Nach WZ Recherchen verdienten die Vorstände 2011 folgende Bezüge: Andreas Feicht, 323.000 Euro im Jahr, Wolfgang Herkenberg 257.000 Euro, Peter Storch 245.000 Euro, Markus Schlomski 270.000 Euro und Ulrich Jaeger 192.000 Euro. Da die Summen offensichtlich nicht ausreichten, griff der Aufsichtsrat der WSW nocheinmal richtig in die Kasse und setzte gegen die Stimme des Vertreters der Linken im Aufsichtsrat durch, dass die Vorstandsmitglieder eine erfolgsabhängige Vergütung zusätzlich zum Grundgehalt erhalten. Die Erhöhung soll 20 % für den Vorstandsvorsitzenden Andreas Feicht und fünf Prozent für die anderen Vorstandsmitglieder betragen. Ob und wann die Erfolgsbeteiligung ausgezahlt wird, hängt vom Erfolg der Stadtwerke ab… Ob die zahlreichen Gaspreis- und Strompreiserhöhungen, die schlechten Löhne der BusfahrerInnen und die hohen Fahrpreise dabei wohl als Erfolg gewertet werden?

Solidarität ist keine Einbahnstraße!

Lasst uns die Kämpfe miteinander verbinden! Unterstützen wir die kritischen Geister in der WSW und VSG -Belegschaft! Solidarität mit den Menschen, die Strom- und Gasabsperrungen in Wuppertal erleiden müssen, Solidarität mit den Leuten, die wegen Schwarzfahren im Knast sitzen.

Solidarität mit schlechtbezahlten BusfahrerInnen in Wuppertal, Athen und überall! Für kostenlosen Nahverkehr für alle!
Für dezentrale und ökologische Energieversorgung! Sozialtarife statt Strom- und Gassperrungen!
Gegen die Kriminalisierung von sog. SchwarzfahrerInnen! Keine Bußgelderhöhung!

basta! Aktionsbündnis gegen das Totsparen und für das Recht auf Stadt – www.basta-wuppertal.de
Die Initiative Roter Punkt in Wuppertal – www.roterpunkt.basta-wuppertal.de
so_ko_wpt – Soli-Komitee-Wuppertal – www.soli-komitee-wuppertal.mobi

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Freies Schweben am 30.6.2012 in Wuppertal http://huschhusch.blogsport.de/2012/06/21/freies-schweben-am-30-6-2012-in-wuppertal/ http://huschhusch.blogsport.de/2012/06/21/freies-schweben-am-30-6-2012-in-wuppertal/#comments Thu, 21 Jun 2012 15:16:52 +0000 Administrator Allgemein http://huschhusch.blogsport.de/2012/06/21/freies-schweben-am-30-6-2012-in-wuppertal/

Die Initiative «Roter Punkt in Wuppertal» will am Samstag dem 30.06. vielen WuppertalerInnen ein freies Schweben von und nach Elberfeld ermöglichen: Zwischen 11:30 und 14:00 Uhr sollen Menschen ohne Fahrschein von anderen, die mitnahmeberechtigte Verbund-Tickets haben, kostenfrei mitgenommen werden. Die Initiative des Erwerbslosen- und Sozialhilfevereins «Tacheles» und des Wuppertaler Aktionsbündnisses «basta!» möchte mit dieser Aktion für das «Mitnehmen» und für kostenfreie Mobilität werben und gleichzeitig gegen die geforderte Bußgelderhöhung für «Schwarzfahren» protestieren.

Für viele Menschen ist der letzte Samstag eines Monats eine knifflige Aufgabe: Nicht nur, weil das Geld für einen Wochenendeinkauf nicht mehr reicht – für viele ist es auch schwierig, überhaupt in die Nähe entsprechender Geschäfte zu gelangen. Die im Regelsatz von Hartz IV vorgesehenen zweieinhalb Fahrten in der Preisstufe A – zum Beispiel von Barmen oder Vohwinkel nach Elberfeld – sind zu diesem Zeitpunkt längst aufgebraucht. Wer trotzdem noch einkaufen oder am sozialen Leben in einem anderen Wuppertaler Stadtteil teilhaben möchte, muss also zu Fuß gehen.
Die beiden großen Parteien im Wuppertaler Stadtrat – CDU und SPD – finden die soziale Isolation vieler WuppertalerInnen offenbar völlig in Ordnung: Letztes Jahr lehnten sie sogar die vom Land NRW finanzierten VRR-«Sozialtickets» für Wuppertal ab!

«Schwarzfahren» soll noch teurer werden

Wer sich mit kilometerlangen, taschenbepackten Fußmärschen bei jedem Wetter nicht abfinden will, hat oft nur eine Alternative: Schwarzfahren! Die Reaktion auf den Anstieg solcher «in Notwehr erschlichenen Beförderungen» durch die öffentlichen Verkehrsverbünde ist so schlicht wie erbarmungslos: Ein Bußgeld von derzeit (noch) 40 Euro wird fällig. Das kann der oder die Betroffene natürlich noch weniger aufbringen als den Fahrpreis, und in der Konsequenz landen immer mehr Menschen wegen Schwarzfahrens im Knast. So saßen im Jahr 2011 In Berlin ein Drittel aller Häftlinge, die Ersatzfreiheitsstrafen antreten mussten, wegen „Schwarzfahren“ hinter Gittern!

Laut einer Meldung aus der letzten Woche hat der «Verband Deutscher Verkehrsunternehmen» (VDV) nun den Beschluss gefasst, das Bußgeld für Schwarzfahren zu verdreifachen. Es soll auf 60 und im Wiederholungsfall sogar auf 120 Euro ansteigen. Der Verband fordert in der Konsequenz damit auch mehr Haftstrafen für jene, die sich die Fahrpreise nicht leisten können: Ein Bußgeld von 120 Euro macht es vielen Menschen endgültig unmöglich, das «erhöhte Beförderungsentgeld» zu bezahlen.

Die Initiative Roter Punkt fordert Bundestag und Bundesrat – die der Bußgelderhöhung zustimmen müssen – auf, den Beschluss des VDV nicht umzusetzen. Den «Verband Deutscher Verkehrsunternehmen» fordern wir auf, die weitere Kriminalisierung zu stoppen. Er soll sich stattdessen bei der Politik dafür einzusetzen, genügend Zuschüsse zu erhalten, um allen Anteilseignern – also allen! – kostenlose oder zumindest bezahlbare Mobilität zu ermöglichen. Mobilität ist schließlich der Zweck öffentlicher Verkehrsunternehmen.

Die Initiative Roter Punkt lädt ein zur ersten «OP Freifahrt»

Mit der für Samstag, den 30.06. zwischen 11:30 Uhr und 14:00 Uhr geplanten ersten «OPERATION FREIFAHRT» möchte die Initiative «Roter Punkt» in Wuppertal in die Bresche springen. Indem möglichst vielen Menschen am letzten Samstag im Monat die kostenlose Fahrt mit der Schwebebahn von und nach Elberfeld ermöglicht wird, soll der Forderung nach einem bezahlbaren Sozialticket im Tal Nachdruck verliehen werden. Hierzu möchten die Initiatoren und Initiatorinnen des «Roter Punkts» die Mitnahmemöglichkeiten der VRR-Abo-Tickets nutzen. Die Sozialticket-Initiative ruft für die „OP Freifahrt“ alle InhaberInnen von Ticket 1000, Ticket 2000, von VRR-Bären- oder Semestertickets dazu auf, sich am Samstag dem 30.06. um 11:00 Uhr an der Schwebebahnstation Döppersberg zu treffen.

Wir wollen dann gegen 11.30 Uhr gemeinsam mit einer Schwebebahn nach Barmen und von dort wieder zurück nach Vohwinkel zu fahren. Diese Pendelei soll bis etwa 14:00 Uhr fortgesetzt werden. Je nach Anzahl der zur Verfügung stehenden Abo-Tickets können fahrscheinlose Menschen in die Bahn zusteigen und mitfahren. Je mehr Ticket-Abonennten und -Abonenntinnen Spaß an einigen gemeinsamen Erlebnisrunden mit der Schwebebahn haben, desto mehr Menschen können kostenlos mitfahren. Für alle an einer kostenlosen Mitfahrt Interessierte werden wir die „Freifahrt-Schwebebahn“ kenntlich machen und zudem an den wichtigsten Schwebebahn-Haltestellen (Döppersberg, Alter-Markt, Oberbarmen, Vohwinkel) Rote-Punkt-Lotsen postieren.

Über den Verlauf der Aktion und über voraussichtliche Abfahrtszeiten der «Freifahrt-Schwebebahn» wird die Initiative auch via «Twitter» und «Facebook» unter dem Hashtag «#OP_Freifahrt» am Samstag den 30.06. informieren.

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es wird Zeit.. http://huschhusch.blogsport.de/2012/04/05/es-wird-zeit/ http://huschhusch.blogsport.de/2012/04/05/es-wird-zeit/#comments Thu, 05 Apr 2012 11:59:58 +0000 Administrator Allgemein http://huschhusch.blogsport.de/2012/04/05/es-wird-zeit/ Heraus zum autonomen 1. Mai 2012 in Wuppertal !
14:00 Uhr Gathe / Höhe AZ 7 anschl. Strassenfest auf dem Schusterplatz!

Zwischendurch ab ca. 16:30 Uhr Treffpunkt Schusterplatz PRO-NRW Nazi-Provokationen verhindern!

Aufruf!

Für die soziale Revolution!
Solidarität mit den sozialen Kämpfen und Aufständen in Europa und weltweit!
Gründe gibt es mehr als genug – ab auf die Straße!
Heraus zum autonomen 1. Mai!
Es wird Zeit!

15. April Antifaschistischer Stadtrundgang zum 67. Jahrestag der Befreiung von Wuppertal – 13 Uhr – Deweerthscher Garten
27. April “4. Woche” – 16 Uhr – Schusterplatz
28. April AZ-Bühne auf dem Ölbergfest
30. April Nachttanzdemo – 21 Uhr – Deweerthscher Garten
05. Mai Aktionstag Freifahrt
16. – 19. Mai Bloccupy Frankfurt

In ganz Europa verschärft sich rapide die Dauerkrise des Kapitalismus. Die Reaktion der Herrschenden besteht im Griff zum altbewährten Schmiermittel der kapitalistischen Maschinerie: Der Durchsetzung wahnsinniger, unsozialster Kürzungsprogramme in den betroffenen Ländern und Regionen.
Die rigorose, undemokratische Art, mit der diese „Programme“ und „Pakete“ den Bevölkerungen aufgezwungen werden und ihre direkten Folgen, lassen sich seit einiger Zeit vor allem in Griechenland beobachten. Hier werden nun zum ersten Mal im großen Stil gegen eine westliche Industrie-Nation die brutalen Mechanismen angewandt, die in den vergangenen Dekaden für die reibungslose Ausbeutung in den Ländern des globalen Südens gesorgt haben.
Die sogenannte Troika – EU, EZB und IWF – erzwingt Umstrukturierungsprojekte und hebelt dabei, ganz nebenbei und wie selbstverständlich, die ohnehin marginalen Mitbestimmungsmechanismen der bürgerlichen Demokratien aus.
Der Lebensstandard für die breite Masse wird durch Einschnitte bei Lohn, Rente, Arbeitszeit, Transfergeldern, Gesundheitsversorgung, Kultur, Infrastruktur und vielem mehr massiv geschliffen, während gleichzeitig die Profite der Besitzenden durch Krisen-“Lösungs“-Pakete in unvorstellbaren Dimensionen gesichert werden. All dies passiert aber eben nicht nur in Griechenland, sondern gleichzeitig in vielen anderen Ländern. Und überall wehren sich Menschen erbittert gegen diese Politik. Ihnen gilt unsere Solidarität!

Die deutsche Regierung treibt diese autoritäre Krisenstrategie außenpolitisch maßgeblich mit voran. Im Innern werden gleichzeitig Teile der Lohnarbeitenden stark unter Druck gesetzt, indem der Niedriglohnsektor, unter anderem mittels der „Agenda 2010“, immens ausgebaut wird. Zusammen mit dem massiven Export von Kriegsgerät in die Krisenregionen Europas und der Welt und der effizient-tödlichen Abschottung der Außengrenzen, können sich die hier Herrschenden nun als „Gewinner der Krise“ bezeichnen. Das Elend woanders, sichert, wie eh und je, den Lebensstandard hier. Was im globalisierten Kapitalismus schon immer eine Selbstverständlichkeit ist, zeigt sich in den „jetzigen Zeiten neuer Blüten der Dauerkrise“ um so deutlicher – und nun eben auch direkt „vor unserer Haustüre“. Deutschland ist eine der letzten Inseln, in denen der Lebensstandard für Teile der Bevölkerung bisher vergleichsweise vorsichtig abgebaut wird und so die sozialen Auseinandersetzungen relativ entschärft bleiben.

Uns ist jedoch bewusst: Wenn wir Sand im Schmiermittel der autoritären „Krisenlöser_innen“ sein wollen, muss es auch in „Kerneuropa“ gehörig rumpeln. Da führt kein Weg dran vorbei und Gründe gibt es genug. Nach wie vor sind in Deutschland Millionen Menschen den Erniedrigungen und Zwängen des „Hartz IV“-Regimes ausgesetzt.
Auch die seit ehedem götzenhaft angepriesenen, neuen Arbeitsplätze, neuerdings in Deutschland „Jobwunder“ genannt, bestehen zum Großteil aus Niedriglohnjobs, wie der Leiharbeit, die wenig Geld und noch weniger Sicherheiten und Perspektiven bieten. Durch den Druck der Hartz-IV-Verarmungsmaschinerie werden immer mehr Menschen in beschissene Arbeit für ein paar Euro gezwungen.

Zugleich zeigt sich an der Lage vieler Kommunen, dass die Verschuldungspolitik mit Nichten nur die neuerdings sogenannte Peripherie Europas betrifft, sondern auch uns direkt – Städte und Kreise in denen wir leben.

In Wuppertal wird das vor zwei Jahren, nach öffentlichem Druck, noch abgebrochene Kürzungsprogramm nun unter dem neuen schönen Namen „Stärkungspaket Stadtfinanzen“ neu aufgelegt und soll jetzt schonungslos umgesetzt werden. Die versprochenen 72 Millionen Euro „Hilfsgelder“ dieser wohlklingenden Mogelpackung des Landes sind daran gekoppelt, dass Wuppertal mittelfristig einen ausgeglichenen Haushalt vorlegt. Das heißt nichts anderes, als dass Wuppertal gezwungen wird, neue, härtere Kürzungsprogramme durchzusetzen.
Der Stadtrat, der sich immerhin als Vertretung der Wuppertaler Bürger_innen legitimiert, hat bei dieser Entscheidung nicht mehr viel zu sagen und begnügt sich auch offenbar in der Rolle nur Vorschläge machen zu dürfen, wo genau gespart werden – und wen es denn treffen soll (Griechenland lässt grüßen).
Wir müssen dem neurotischen Kürzungswahnsinn mindestens unser Bedürfnis nach ein paar grundlegenden Selbstverständlichkeiten entgegenhalten.
Denn wie schon 2010, sind „(…)kostenloses Schulmittagessen, öffentlich finanzierte Theater, Freie Kultur und Museen, ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr, kostenlose Kita-Plätze, bis zum gebührenfreien Studium keine Luxusforderungen, sondern der Anspruch auf gesellschaftliche Teilhabe“.
Es bleibt dabei: Wir zahlen nicht – auf keiner Ebene! Auf nach Frankfurt vom 17.-19. Mai 2012 den Krisengewinnern in die Suppe spucken.

Die Auseinandersetzung für das gute Leben findet jedoch nicht nur auf der internationalen, deutschlandweiten oder kommunalen Ebene statt. Genauso wichtig ist es vor Ort unsere kleinen Stadtteilprojekte weiter zu führen und in alle Richtungen auszuweiten, denn dort werden wir in unser direkten Umgebung mit der ganzen und sehr unterschiedlichen Bandbreite des sozialen Lebens konfrontiert.
Hier bewegen wir uns direkt im Kleinen, mal temporär, mal auf Dauer, und machen schönes Leben möglicher.
In diesem Sinne: Der Sperrmüll bleibt frei! Ordnungsamt/KOD verpiss dich! …und die “Vierte Woche” kocht weiter die köstlichsten Mahlzeiten.

Auch die direkten Auseinandersetzungen mit den Ämtern und Autoritäten um uns herum, müssen wir wieder verstärkt und kollektiviert aufnehmen.
Immer mehr Menschen können sich öffentlichen Nahverkehr oder gesundes, bewusstes Essen nicht mehr leisten. Dass deshalb viele mit Ladendiebstählen oder Schwarzfahrerei ihre leeren Taschen entlasten, ist nicht nur normal, sondern begrüßenswert. Zur Abschreckung werden solche Delikte hart bestraft und die Zahl derer, die wegen Kleinkram einsitzen, ist hoch. Dass deutsche Knäste größtenteils eben nicht mit Schwerkriminellen, sondern mit Leuten voll sind, die einfach ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen konnten, zeigt, dass das Knastsystem vor allen Dingen zur präventiven Bekämpfung sozialer Unruhen da ist.
Und wo von Knast gesprochen wird, darf von Schule nicht geschwiegen werden. Die autoritäre Zurichtung auf einer zutiefst ungerechten Gesellschaft, die in der Schule ihren Anfang nimmt, wird nicht nur in Wuppertal-Unterbarmen, wo Unbekannte das Lehrerzimmer ansteckten, mehr und mehr von ihren Opfern bekämpft.
Auch der aktuelle Fall um das angezündete Jobcenter an der Uellendalerstraße zeigt, dass es verdammt viele Menschen gibt, die die Schikanen nicht mehr ertragen wollen. Leider zeigt auch hier die gerichtliche Strafe für diese sehr nachvollziehbare Aktion, dass wir noch viel zu vereinzelt sind, um uns angemessen wehren zu können, gleichzeitig aber auch die Angst der Autoritäten – das eine gilt es möglichst schnell zu ändern, das andere zu vergrößern.
Solidarität ist ein Waffe!

Unser Blick sollte sich dabei nicht nur auf Europa fokussieren. Vor einem Jahr erlebten wir den Beginn des “arabischen Frühlings” mit den Aufbrüchen in Tunesien und Ägypten. Diese machten uns und vielen anderen Menschen große Hoffnung. Die Aufstände machen deutlich, dass der Traum von einer anderen, besseren, freieren und gerechteren Welt ohne Leid, Ausbeutung und Unterdrückung noch lange nicht ausgeträumt ist.
Auch über ein Jahr später, nachdem die Islamisten bei Wahlen gewonnen haben und sich in Ägypten eine Militärdiktatur zu etablieren versucht, sehen wir dennoch, dass die Revolten und die Stürze der Diktatoren Ben Ali und Mubarak Freiräume geschaffen haben. Für massenhafte kleine und große soziale Kämpfe, in denen sich die Menschen für ihre Rechte und ein besseres, würdiges Leben einsetzen.

Im letzten Jahr konnten wir in Libyen erleben, wie schnell eine, wenigstens im Ansatz emanzipatorische Bewegung, abgedrängt wird, sobald die Militarisierung beginnt. Der vom Regime oktroyierte Bürgerkrieg und der Nato-Kriegseinsatz sorgten dafür, dass emanzipatorische Kräfte keine Chance mehr hatten.
Ähnliches können wir grade in Syrien erleben: Der Diktator Baschar al-Assad kämpft mit allen Mitteln brutal um seine Macht. Andere, auch westliche Staaten ringen um Einfluss oder wollen eben diesen nicht verlieren. Das alles sind leider keine guten Voraussetzung für eine emanzipatorische Entwicklung, dennoch werden wir weiter auf die fortschrittlichen Kräfte hoffen, wie die Basiskomitees in den Vierteln und endlich Formen der realen Solidarität zu entwickeln.
Keine Festung Europa! Frontex bekämpfen! Abschiebungen verhindern!
Auf zum No-Border-Camp von 13.7. bis zum 22.7.2012 in Köln!

Auch sehen wir uns gezwungen, die ekelhaften Nazistrukturen in Wuppertal erneut zu thematisieren. Momentan lernen die Nazis – für sie eher ungewohnt – zwar, was staatliche Repression heißt, aber das bedeutet für uns leider nicht, dass wir die Hände in den Schoss legen können, denn gleichzeitig warten die selben Repressionsorgane nur auf eine Gelegenheit, auch emanzipatorische Kräfte heimzuleuchten.
Wie lange das neue staatliche Interesse an den Nazi-Schläger- und Mörderbanden anhält, bleibt darüber hinaus kritisch abzuwarten. So oder so, müssen wir weiter kontinuierliche Anti-Nazi-Arbeit leisten.
Kein Raum für Nazis! Nazis raus aus den Clubs und Kneipen!
Keine Wuppertaler Nazis am 1. Mai nach Bonn!

Vielleicht ist es kein Zufall, dass gerade in Städten wie Wuppertal und Dortmund Nazis so massiv auftreten und einen gewissen Zulauf haben, denn Armut und Zerschlagung sozialer Mindeststandards gehen leider oft auch mit Zuflucht in autoritäres und ausgrenzendes Denken einher.
Antifaschismus kann daher nicht reine Anti-Nazi-Arbeit sein. Kämpfe gegen gesellschaftlichen und staatlichen Rassismus und Auseinandersetzungen gegen Ausbeutung und Armut müssen mit antifaschistischen Engagement zusammen kommen.
Deshalb keinen Meter den “Pro NRW”-Rassisten am 1.Mai in Wuppertal!
Kommt zum Antifa-Camp vom 24.8. bis zum 2.9.2012 nach Dortmund!

Da wir jedes Jahr zum 1.Mai versuchen einen groben Rundumschlag über alle unsere Auseinandersetzungen und Kämpfe zu vollziehen, darf das Thema (Atom-)Energie nicht fehlen. Nach dem Schock von Fukushima im März 2011 und den folgenden Massenprotesten gegen Atomenergie, entschied die schwarz-gelbe Bundesregierung zunächst aus der Nuklearenergie „auszusteigen“. Konkret heißt das leider nur, dass in 10 Jahren alle AKWs runter gefahren sein sollen.
Dieser sogenannte Ausstieg ist keineswegs konsequent, weder wird die Urananreicherung der Firma Urenco in Gronau eingestellt, noch werden die Exporte von Atomtechnologie von Firmen wie Simens gestoppt. Zudem ist völlig unklar, wie in einigen Jahren über den Ausstieg entschieden wird. Möglicherweise ist Atomenergie dann wieder opportuner. Deshalb sind wir sehr froh, dass die Anti-Atom-Bewegung sich nicht befriedigen lies und dies mit einem beeindruckend lebhaften und vielfältigen Widerstand im Wendland unter Beweis stellte. Auch die Atom-Transporte im Westen, vermutlich noch in diesem Jahr, werden wieder Ansatzpunkt für Widerstand gegen die menschenfeindliche Atompolitik sein.
West-Castoren stoppen! Für eine Welt, in der Atomanlagen unmöglich sind!

Die vier Großenergiekonzerne RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW sind mit die wichtigsten Akteure in der (Atom-)Energiepolitik, die sich den hiesigen Energiemarkt aufteilen. Allerdings handeln sie nicht nur mit Atomenergie, sondern auch mit der ebenso zentralistisch aufgebauten Kohleverstromung, die unglaubliche Umweltbelastungen verursacht. Deshalb gilt es weiterhin die Energieriesen zu Fall zu bringen!
Für eine dezentrale Energieversorgung, gestaltet von Menschen und für die Bedürfnisse von Menschen. Eine gute Gelegenheit, RWE weiter unter Druck zu setzen, bietet – wie im letzten Jahr – die Aktionärs-Hauptversammlung am 19. April 2012. Verschiedene Umweltgruppen und Anti-Atom-Initiativen mobilisieren zu einem Protest-Camp vom 18. bis zum 19.April vor der Gruga-Halle in Essen.

Für all dies und noch viel mehr!
Eine bessere Welt ist nötig und möglich!
Heraus zur autonomen 1. Mai-Demonstration!
Es ist Zeit!

Wir grüßen die autonomen 1.Mai-Demos in Oldenburg, Nürnberg, Hamburg, Berlin, Zürich, die Euromaydays in Bochum, Hamburg und Lissabon!

autonomer1mai.noblogs.org

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